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Pressemitteilungen Hannah Yambasu – eine Kämpferin für Frauen- und Mädchenrechte in Sierra Leone

Mit ihrer Organisation WAVES setzt sich Hannah Yambasu für die Rechte von Frauen und Mädchen in Sierra Leone ein.

Mit ihrer Organisation WAVES setzt sich Hannah Yambasu für die Rechte von Frauen und Mädchen in Sierra Leone ein. © action medeor / WAVES

Hannah Yambasu, Aktivistin und Gründerin der Organisation „Women Against Violence and Exploitation in Society“, kurz „Waves“, ist mit Herzblut bei der Arbeit. Ihre persönliche Geschichte hat sie dazu bewegt, sich dafür einzusetzen, dass die Rechte der Frauen in Sierra Leone gewahrt werden.

Eine Frau, ein Ziel: Der Beschneidungstradition ein Ende setzen

Hannah Yambasu ist eine Kämpferin. Seit 2002 setzt sich die heute 62-Jährige in ihrer Heimat Sierra Leone dafür ein, dass Frauen Zugang zu Bildung haben und ein gleichberechtigtes Leben führen können. Außerdem hat sie sich immer dafür stark gemacht, dass die traditionelle Praxis der Beschneidung ein Ende findet. Hilfe bekommt sie dabei auch aus Deutschland: Die Gesundheits-NGO action medeor unterstützt die Arbeit von Waves.

Menschenrechte, Gleichberechtigung, sexuelle Selbstbestimmung

„Als ich zehn Jahre alt war, wurde ich beschnitten“, erzählt die 62-Jährige, „dabei wäre ich fast gestorben.“ Als sie älter wurde, habe sie realisiert, dass die Geschichten zu Sinn und Zweck der Beschneidung alle gelogen seien. „Es gibt keinen Grund, warum eine Frau solche Schmerzen ertragen muss“, sagt Hannah Yambasu. In Sierra Leone sind 88 Prozent der Frauen beschnitten. Das ist die höchste Rate weltweit. Die jüngsten Mädchen sind gerade erst acht Jahre alt, wenn der Eingriff durchgeführt wird, die ältesten 18. Ein Gesetz dagegen gibt es nicht.

Die Aktivistinnen von „Waves“ arbeiten kontinuierlich für das Verbot der Genitalverstümmelung. Und sie haben schon einiges erreicht: Vor einigen Jahren wurden Menschen in Sierra Leone noch verhaftet, wenn sie über Beschneidung sprachen. Dank des Engagements von Hannah Yambasu und ihren Mitstreiterinnen wird heute offen über Beschneidung und ihre Folgen für die Frauen gesprochen. Eltern, Schulen, Politiker und Entscheidungsträger sind darin eingebunden. Auch die Kinder werden aufgeklärt. Besonders die Mädchen werden über ihre Rechte informiert.

Seit Februar 2020 unterstützt die deutsche Gesundheits-NGO action medeor die Arbeit von Waves. Mit Hilfe von Spenden aus Deutschland wird Präventions- und Aufklärungsarbeit geleistet. So wird das Bewusstsein der Mädchen über ihre Menschenrechte gestärkt. Außerdem gibt es das Angebot der psychosozialen Betreuung für betroffene Mädchen. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit soll dazu beitragen, die breite Masse der Menschen in Sierra Leone für das Thema zu sensibilisieren.

Hannahs Erfolg: Junge Mütter dürfen nicht mehr von Bildung ausgeschlossen werden

Auch auf einem anderen Gebiet ist Hannah Yambasu erfolgreich. Zwei Jahre lang hat sie dafür gekämpft, dass schwangere Mädchen weiterhin die Schule besuchen dürfen und dadurch bessere Chancen im Leben haben. Um dieses Recht durchzusetzen, hat die Organisation „Waves“ 2017 im Namen schwangerer Schulmädchen beim ECOWAS-Gerichtshof in Nigeria Klage gegen die Regierung von Sierra Leone eingereicht. Und tatsächlich: Im Dezember 2019 wies das Gericht Sierra Leone an, das Schulverbot für Schwangere aufzuheben.

Zum Hintergrund: Während der Ebola-Epidemie in den Jahren 2014 und 2015 wurden viele Mädchen zu Waisenkindern. Um Geld für Nahrungsmittel zu verdienen, begaben sich einige in die Prostitution. Aber auch die Vergewaltigungen der schutzlosen Mädchen nahmen zu. Diese beiden Umstände führten dazu, dass Sierra Leone deutlich mehr junge Mütter registrierte. Die Behörden beschlossen, schwangeren Mädchen den Schulbesuch zu verbieten, damit sie keinen schlechten Einfluss auf ihre Mitschülerinnen ausübten, wie es offiziell hieß. Die Mädchen waren doppelt gestraft: Sie waren Opfer von Vergewaltigung oder Prostitution und wurden nun Opfer des Schulsystems. Das konnte Hannah Yambasu nicht hinnehmen. Das Gerichtsurteil gibt ihr Recht. Nun hofft sie, eines Tages auch ein Urteil gegen die grausame Tradition der Beschneidung zu erwirken.


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