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Pressemitteilungen Überschwemmungen in Somalia

Tausende Menschen mussten ihr Dörfer in Somalia verlassen.

Tausende Menschen mussten ihr Dörfer in Somalia verlassen. © action medeor / WARDI

Erst die Dürre, jetzt Überschwemmungen. Monsunartige Regenfälle haben Teile Somalias besonders schwer getroffen.

In der die Region Hiraan und dem Distrikt Beledweyne sind Flüsse sind über die Ufer getreten, ganze Dörfer und Felder überschwemmt. „Tausende Menschen haben in angrenzenden Dörfern Schutz gesucht. Durch die mangelnde Hygiene in den notdürftigen Unterkünften und die Feuchtigkeit verbreiten sich Krankheiten wie Malaria rasend schnell. Besonders dringend benötigen wir Decken, Abdeckplanen, Moskitonetze und Medikamente“, schreibt ein Mitarbeiter des lokalen Partners WARDI an action medeor in einer E-Mail. action medeor hat bereits eine erste Hilfssendung auf den Weg gebracht.

Zehn Dörfer in der Hiraan-Region sind seit 2016 Teil des action medeor-Projekts zur Verbesserung der Ernährungssicherheit. „Sechs unserer Projektdörfer sind direkt betroffen“, beschreibt Projektleiterin Katharina Wilkin von action medeor. „Bereits seit Mitte April stehen die meisten Felder hier unter Wasser. 138 Kleinbauern, die vor Beginn dieser Regenzeit von uns landwirtschaftliche Unterstützung in Form von zum Beispiel Saatgut oder Werkzeugen zur Landbearbeitung erhalten haben, werden trotz der sehr guten Vorbereitung keine Ernte erzielen und verlieren somit ihre wichtigste Lebensgrundlage. Um die negativen Folgen des Hochwassers zu verringern, ist es jetzt wichtig die Kleinbauern erneut mit Saatgut, Dünger und Werkzeugen, zu unterstützen. So können sie nach Abfluss des Hochwassers erneut die Felder bestellen, um zeitnah Ernteerträge einzufahren und Einkommen zu erzielen. Die Situation ist nach der langen Dürre in 2016/2017 äußerst prekär.“

Die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung im Beledweyne Distrikt, Zentralsomalia, besteht hauptsächlich aus Ackerbau, Viehzucht und Fischerei. Die Ernährungssicherheit in der Region ist saisonabhängig immer wieder angespannt und hat sich in den letzten Jahren weiter verschlechtert. Nach Einschätzung der Food Security and Nutrition Analysis Unit Somalia (FSNAU ) hat sich die ländliche Existenzgrundlage 2014 in der Hiraan Region so stark verschlechtert, dass besonders für die ärmsten Familien ein hohes Risiko an Unterernährung und irreversibler Gefährdung des Lebensunterhalts besteht, was wiederum zu erhöhten Sterblichkeitsraten, insbesondere bei Kindern, führt.

„Unser Projekt umfasst deshalb eine Vielzahl von Maßnahmen, die die Nahrungssicherheit in den zehn Dörfern nachhaltig verbessern und somit die Unterernährung besonders von Frauen und Kindern reduzieren soll“, beschreibt Wilkin die Arbeit von action medeor in der Region. Dabei wird das Wissen über verbesserte Anbaumethoden an alle Gemeindemitglieder vermittelt, es gibt Alphabetisierungskurse, um den Wissenstransfer in den Schulungen für nachhaltige Agrarwirtschaft sicher zu stellen und die Menschen zu befähigen, erfolgreicher an lokalen Märkten agieren zu können. Und durch besseres Ressourcenmanagement und Genossenschaften sollen stabilere Preise und somit mehr Einkommen für die Bauern generiert werden. „Wir hoffen, dass wir nach der ersten Soforthilfe unser Projekt wie geplant weiterführen können. Dafür brauchen wir allerdings Unterstützung!“, so Katharina Wilkin.

Für diese Hilfe ist action medeor dringend auf Spenden angewiesen:

BIC: SPKRDE33; IBAN: DE78320500000000009993
Stichwort: „Nothilfe Somalia“.
Oder jetzt spenden über unser Onlineformular.

Hintergrund

Somalia ist geprägt von mehr als zwanzig Jahren gewaltsamen Auseinandersetzungen und chronischen humanitären Notlagen. Infolge des langandauernden Konfliktes ist die Basisinfrastruktur im Land weitgehend zerstört und die Funktionsfähigkeit staatlicher Dienstleistungsstrukturen stark eingeschränkt. Der Staat ist nicht in der Lage seinen grundlegenden Funktionen nachzukommen und belegt Platz 1 auf dem Fragile State Index, 73 Prozent der Somalier leben von weniger als zwei Dollar am Tag. Laut UN sind fast 700.000 Menschen von den Überschwemmungen der Flüsse Juba und Shabelle in Somalia betroffen. Rund 215.000 Frauen, Kinder und Männer wurden durch die Fluten vertrieben.

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