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Pressemitteilungen Weltfrauentag: Zuversicht für Mädchen in Togo

Tönisvorst. Am Samstag ist Weltfrauentag. Vor 103 Jahren wurde dieser Tag zum ersten Mal gefeiert. Auch heute noch werden Frauen in vielen Bereichen benachteiligt, wie zum Beispiel in Togo. Togo gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Frauen sind den Männern rechtlich und sozial untergeordnet und besonders junge Frauen sind häufig von Gewalt und Missbrauch bedroht. Deshalb engagiert sich action medeor in seinen Projekten für die Stärkung und Verbesserung der Situation von Frauen.

In Togo unterstützt action medeor die Partnerorganisation Association Petite Soeur à Soeur (PSAS), die das Zentrum „Meine Zuversicht“ initiiert hat und damit ein beispielhaftes Projekt für extrem benachteiligte Mädchen auf die Beine gestellt hat.

„Die Mädchen sind zwischen zehn und 24 Jahre alt“, sagt Andrea Eller von action medeor. „Sie kommen vom Land in die Stadt, weil ihnen dort ein besseres Leben in Aussicht gestellt wurde.“ Doch meist finden die Mädchen nicht die erträumte Anstellung als Haushaltshilfe und sie müssen sich, um zu überleben, prostituieren. In dem Projekt geht es darum, den Mädchen Hilfe anzubieten, sie medizinisch zu versorgen, sie über ihre Rechte aufzuklären und ihnen Selbstvertrauen zu geben, sie auszubilden und damit eine Perspektive anzubieten. Inzwischen ist das Projekt sehr erfolgreich. Die Mädchen haben Vertrauen gefasst und kommen bei Problemen ins Zentrum, sie lassen sich auf HIV/AIDS testen, sie bringen ihre Kinder und ihre Lebenspartner mit. Mittlerweile trauen sie sich auch, Missbrauch anzuzeigen. Inzwischen haben 35 Mädchen ihre Ausbildung z.B. zur Schneiderin oder Frisörin begonnen. „Sie haben gute Chancen auf ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben“, sagt Andrea Eller, „das Projekt gibt den Mädchen tatsächlich Zuversicht.“

Geleitet wird das Projekt von Marcelline Letou-Agossou. Die togoische Soziologin tut alles, um den jungen Frauen neue Perspektiven aufzuzeigen. Marcelline Letou-Agossou ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Mit ihrer Ausbildung zur Soziologin mit Schwerpunkt Kommunikation hat sie bereits den Weg in eine berufliche Zukunft in der Entwicklungszusammenarbeit eingeschlagen. Nach mehreren Jahren bei verschiedenen Hilfsorganisationen hat sie im Juli 2007 bei der amerikanischen Nichtregierungsorganisation Population Service International Sektion Togo (PSI-TOGO) das Projekt „Petite Soeur à Soeur (PSAS) entwickelt. Was als Projekt bei PSI begonnen hatte, hat sich inzwischen zu einer eigenen Organisation PSAS gewandelt. Marcelline ist dort seit Juni 2010 für den Bereich der Sozialarbeit und Beratung verantwortlich.

Drei Fragen an Marcelline Letou-Agossou zum Weltfrauentag:

Auch in Togo wird der Weltfrauentag gefeiert. In diesem Jahr steht der Weltfrauentag unter dem Motto: „ Die wirtschaftliche Stärkung von Frauen ist ein Fortschritt für alle.“ Wie würden Sie die Situation der Frauen in Togo beschreiben?

Marcelline: Generell kann man nicht über eine deutliche Verbesserung der Situation von Frauen sprechen. Je schlechter es einer Gesellschaft geht, desto schlechter ist die Situation der Frauen. Denn es sind vor allem die Frauen, die die Existenz ihrer Familie sichern, d.h. Armut kann dauerhaft nur verringert werden, wenn Frauen gefördert werden.

Wie könnte man die Situation der Frauen verbessern?

Marcelline: Die Situation von Frauen kann nur durch mehr Bildung, Bewusstseinsbildung und ihre wirtschaftliche Stärkung verbessert werden. Die togoische Regierung hat hier gute Fortschritte gemacht. Seit 2010 können alle Kinder die Grundschule kostenlos besuchen, d.h. die Mädchen haben zumindest bis zum Grundschulabschluss die gleichen Bildungschancen wie die Jungen, egal aus welchen wirtschaftlichen Verhältnissen sie stammen.

Als Mitarbeiterin von Petite Soeur à Soeur erfahren Sie jeden Tag, dass Frauen körperliche, sexuelle und psychische Gewalt zugefügt wird. Wie können sich die Frauen schützen?

Marcelline: Es ist absolut wichtig, dass die Frauen und Mädchen ihre Rechte kennen und sie einfordern. Ich unterstütze sie dabei und informiere sie rund um die Themen Gesundheit, Bildung und Menschenrechte und insbesondere Frauenrechte. Auch dank der Unterstützung von action medeor können im Rahmen unseres Projektes fast 10.000 Frauen erreicht und darüber informiert werden, wie sie sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie zum Beispiel HIV schützen. Gleichzeitig bieten wir ihnen, ihren Kindern und Lebenspartnern eine kostenlose medizinische Versorgung an.

Spendenkonto 9993 bei action medeor
Sparkasse Krefeld, BLZ 320 500 00
IBAN DE78 3205 0000 0000 0099 93, BIC: SPKRDE33 
Onlinespenden: www.medeor.de
Stichwort: Mädchen in Togo



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