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Das passiert mit Ihrer Spende

Neuer Podcast ► „Weihnachtszeit ist Spendenzeit“. Hören Sie in dieser Folge, wie Ihre Spende ankommt und wirkt.

Viele Menschen möchten gerade in der Weihnachtszeit auch Familien unterstützen, denen es weniger gut geht.

Weihnachtszeit ist Spendenzeit – ein guter Zeitpunkt, um einmal genau hinzuschauen: was geschieht mit meiner Spende, kann ich meine Spende an ein bestimmtes Projekt binden, bekomme ich automatisch eine Spendenquittung? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Dr. Angela Zeithammer, bei action medeor verantwortlich für den Bereich Kommunikation, im aktuellen action medeor Podcast.

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Weihnachten steht vor der Tür – das Fest der Freude und der Liebe. Weihnachten und die Vorweihnachtszeit ist aber auch die Zeit, in der die meisten Spendenaufrufe erfolgen.
Warum ist das eigentlich so? Weil man glaubt und weiß, dass man Weihnachten die Herzen der Menschen eher erreichen kann. Obwohl – spenden kann und sollte man das ganze Jahr. Für uns, dem action medeor-Podcast, ist dies Anlass, einmal genau hinzuschauen: Was geschieht mit meiner Spende? Kann ich meine Spende an ein bestimmtes Projekt binden? Wie erfahre ich ob meine Spende dort auch angekommen ist? Bekomme ich automatisch eine Spendenquittung? Alle diese Fragen und einige mehr wollen wir jetzt und hier klären. Mein Name ist Kaspar Müller-Bringmann.

Meine Gesprächspartnerin heute ist Frau Dr. Angela Zeithammer. Sie verantwortet bei action medeor die Bereiche Presse, Kommunikation und Bildungsarbeit. Und ich muss jetzt mal in meine Tasche greifen, liebe Frau Zeithammer, das hier sind – für unsere Hörerinnen und Hörer – zehn Euro. Die gebe ich ihnen jetzt. Was passiert bei action medeor damit?

Also zuallererst danken wir Ihnen ganz herzlich dafür, dass sie uns überhaupt ihre Spende anvertrauen und ich kann Ihnen jetzt schon mal sagen, zehn Euro ist schon einiges, womit man viel bewirken kann. Man kann damit zum Beispiel 2000 Liter Wasser mit Wasserentkeimungstabletten zu Trinkwasser aufbereiten. Der erste Schritt ist also: Ein großes Dankeschön!

Jetzt habe ich Ihnen die zehn Euro gegeben und hab gesagt, die sind nicht an ein Projekt gebunden. Aber es gibt auch die Möglichkeit so eine Spende, egal in welcher Höhe, an ein Projekt zu binden.

Wir unterscheiden zwischen freien Spenden und zwischen zweckgebundenen Spenden. Zweckgebundene Spenden sind Spenden, die für ein ganz konkretes Projekt, das wir umsetzen, verwendet werden. Dass wir diesem Wunsch nachkommen, ist immer möglich. Wenn ein Spender sagt, dass er ganz konkret dieses und jenes Projekt unterstützen möchte, dann können wir das auch so umsetzen. 

Wenn sie mich fragen, als Vertreterin einer Organisation, dann werde ich Ihnen sagen, wie andere Organisationen wahrscheinlich auch, dass wir uns ganz besonders über freie Spenden freuen, weil wir die dort einsetzen können, wo die Hilfe am notwendigsten ist und eine gewisse Flexibilität haben. Das setzt natürlich das Vertrauen unserer Spenderinnen und Spender voraus. Aber wir dokumentieren auch sehr gut, wie wir die Spende tatsächlich einsetzen. 

Wie wird entschieden, wo das Geld eingesetzt wird?

Es gibt bei uns die Bereiche Projektarbeit – das heißt: die Umsetzung der Hilfsprojekte, der Entwicklungszusammenarbeit, der Not- und Katastrophenhilfe und der humanitären Hilfe – und die Medikamentenhilfe. Und im Grunde entscheiden wir dann gemeinsam aufgrund der Bedarfslage, die wir haben und die unsere Partner uns übermitteln. Dann setzen wir Prioritäten, entscheiden, welches Projekt besonders dringlich ist und setzen dort dann fokussiert unsere Arbeit um.

Sie können sich vorstellen: Wir haben rund 40 Projekte weltweit jedes Jahr. Wir beliefern rund 100 Länder jedes Jahr mit Medikamenten, sodass wir da sehr breit aufgestellt sind. Aber auch dort gibt es Dringlichkeiten und Schwerpunkte, die auch den aktuellen Katastrophen geschuldet sind und dort wird dann auch der Schwerpunkt gesetzt.

Woher weiß der Spender, dass diese zehn Euro auch wirklich da eingesetzt werden? Woher bekommt er die Sicherheit?

Was sie ansprechen ist die dringlichste Frage unsere Spenderinnen und Spender. Wie kann ich sicher sein, dass die Hilfe ankommt vor Ort und wie setzen Sie meine Spendengelder ein? Und da ist es auch aus unserer Sicht die oberste Priorität, Transparenz herzustellen und wirklich zu dokumentieren was passiert. Und da haben wir verschiedene Standards, die wir befolgen.
Wir haben Wirtschaftsprüfer, die uns jedes Jahr prüfen. Wir veröffentlichen alle Zahlen, die für unsere Arbeit relevant sind im Jahresbericht. Wir sind auch Mitglied beim Verband der Nichtregierungsorganisationen bei VENRO. Da gibt es einen Verhaltenskodex, dem wir uns sehr verpflichtet fühlen. Das heißt, dass wir uns auch ethisch in der Spendenwerbung verhalten. Das ist auch ganz wichtig.

Eine andere Frage, die Spender immer wieder stellen ist die Frage danach, wie hoch ist der Verwaltungsanteil an meiner Spende. Sozusagen – bleiben wir doch bei dem zehn Euro-Beispiel – wie hoch ist der Anteil der Verwaltung?

Der Verwaltungsanteil ist rund zehn Prozent. Das ist das eine, was hier unterscheiden. Und das andere ist, dass in unserer Satzung auch steht, dass wir einen Bildungsauftrag haben, dem wir auch nachkommen. Das heißt, wir vermitteln Wissen zu globalen Themen, zu unserer Arbeit. Und auf diesen Anteil, das heißt auf unsere Bildungsarbeit sowie auch auf unsere Kommunikation – wir werben um Spenden natürlich auch und für unsere Arbeit – entfallen 14 Prozent. Das heißt wir haben einen Anteil insgesamt von 24 Prozent, wovon zehn Prozent auf Verwaltungskosten anfallen. Und das ist, wenn Sie auch die Standards ansehen in einem Bereich, bei dem wir ganz gut dastehen, so denke ich. In dem wir die Mittel wirklich effizient und transparent einsetzen.

Nun gibt es auch andere Möglichkeiten, action medeor zu helfen, zu unterstützen. Da gibt es Einzelaktionen, zum Beispiel solche Aktionen wie von den Pfadfindern in Nettetal.

Genau, das ist auch so ein Herzensengagement, wo wir uns auch immer jedes Jahr wieder drüber freuen. Auch wenn wir die Fotos sehen von der Aktion. Die Kinder sind teilweise sehr klein bis zu jugendlich und kleben einen Klebestreifen auf den Bürgersteig und bitten die Passanten ihr Kleingeld dort anzuheften, draufzukleben. Und Sie können sich vorstellen bei der Geduld, die die Jugendlichen und die Kinder an den Tag legen – die sind den ganzen Tag zu Gange und da kommen tatsächlich auch über 1000 Euro dann an Spenden zusammen. Also jede kleine Aktion bewirkt auf jeden Fall Großes – das kann man sagen.

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man zustiften. action medeor hat eine eigene Stiftung. Man kann also Geld dort zuwenden und es vermehrt sich, wenn es Zinsen gibt.

Ganz genau: also wir unterscheiden im Grunde genommen zwischen der Unterstützung für unseren Verein, das ist die Spende, die zeitnah ausgegeben wird, und der Unterstützung für unsere Stiftung. Das ist vor allem für die Menschen interessant, die sagen, ich möchte mich langfristig engagieren – vielleicht sogar über die eigene Lebenszeit hinaus. Und aus den Erträgen werden dann Projekte unterstützt. Bei der Stiftung haben wir uns konzentriert auf die Ausbildung im pharmazeutischen Bereich.

Das heißt wir wollen damit Sorge tragen, dass die Strukturen vor Ort gestärkt werden und die Ausbildung verbessert wird, um so auch die Qualität der Medikamente auch in unseren Partnerländern langfristig zu erhöhen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, zum Beispiel testamentarisch festzulegen, dass sein Vermögen action medeor zugutekommt. Kommt das häufig vor?

Also bei der Testamentsspende ist es so, dass natürlich zwischen der Entscheidung, action medeor zu bedenken und der Information, wann es soweit ist, eine mitunter große Zeitspanne vergeht. Wir stellen aber fest, dass das Menschen sind, die action medeor persönlich kennengelernt haben, die uns seit vielen Jahren unterstützen und die eben ein Teil ihres Vermächtnisses action medeor zugutekommen lassen. Das sind Menschen, die durchaus auch ihre Lieben bedenken – das schließt sich nicht aus – die aber einen Teil auch für eine karitative Einrichtung wie action medeor zur Verfügung stellen möchten. Das ist für diejenigen, die das Testament machen, ein schöner Gedanke: „Da bleibt was, ich kann über meine Lebenszeit hinaus Gutes tun.“ Aber auch für die Hinterbliebenen ist es eigentlich ein schöner Gedanke, dass da noch etwas Gutes gestiftet werden kann.

Es ist nicht einfach an das Geld anderer Leute zu kommen, bestimmt auch nicht, Spenden einzusammeln. Wie sieht eigentlich der deutsche Spendenmarkt aus? 

Also wenn wir die Zahlen von der GFK vom letzten Jahr sehen, so sehen wir, dass das Spendenniveau in Deutschland insgesamt auf einem hohen Level nach wie vor ist. Wenn wir aber genau hinsehen, ist schon eine Entwicklung zu bemerken: die Anzahl der Spenderinnen und Spender ist rückläufig, aber die Spendenhöhe der einzelnen Spender wächst. Das heißt, das Gesamtvolumen bleibt erhalten, aber leider sind es immer weniger Menschen, die sich für eine Spende entscheiden. Und das ist auch etwas, was wir feststellen: die Höhe der Spende nimmt eigentlich zu, wir wollen jedoch auch möglichst viele Menschen begeistern und anregen, doch zu überlegen, ob es nicht Sinn macht, sich für eine Organisation oder für mehrere in Form einer Spende zu entschließen.

Frau Zeithammer, die Motive der Spender sind sehr unterschiedlich. Gibt es Erkenntnisse darüber, welche Motive dahinterstecken?

Ja, das gibt es. Wir haben jetzt die Vorweihnachtszeit, da kann man auf jeden Fall sagen, dass vielen Menschen bewusster wird, dass es anderen Menschen nicht so gut geht. Die soziale Verantwortung spielt eine Rolle dabei, etwas Gutes zu tun. Überhaupt ist das Gefühl, etwas verändern zu können, wichtig. Angesichts der Notlagen weltweit kommt manchmal ein Ohnmachtsgefühl auf, aber durch das Spenden hat man dann den Eindruck, unmittelbar etwas verändern zu können.

Es gibt religiöse Gründe, es gibt Gründe der Dankbarkeit – „Mir geht es ganz gut, ich möchte das anderen Menschen auch ermöglichen“. Aber was wir nicht vergessen dürfen ist, dass Spenden auch tatsächlich glücklich macht. Da gibt es Studien drüber: Internationale Forscher haben sich mit dieser Frage beschäftigt und: Schenken kann wirklich Glückshormone auslösen. Das sage ich so ein bisschen humorvoll, aber probieren Sie es aus. Also ich glaube, da ist etwas dran.

Die Not in der Welt ist ziemlich groß. Jetzt kurz vor Weihnachten: Wo ist die Not am größten? Gibt es Projekte bei action medeor, die jetzt besonders dringlich sind?

Wir haben immer noch aktuell als Schwerpunkt die Hilfe für die Menschen im Jemen – seit über vier Jahren tobt dort der Bürgerkrieg. Die Arbeit der Hilfsorganisationen, der Ärztinnen und Ärzte vor Ort ist sehr, sehr schwer. Es kann keine medizinische Versorgung stattfinden, wenn die Medikamente nicht da sind. Und das ist eben eine unserer Aufgaben: Dass wir Hilfsgüter, Medikamente und medizinische Geräte dorthin schicken. Das fängt an bei Schmerzmitteln, geht über Fieberthermometer, Verbandsmaterialien bis hin zu EKG-Geräten. Mit einer Spende von sechs Euro können wir schon 1000 Schmerztabletten finanzieren.

Was außerdem oft vorkommt sind schwere Durchfall- und Choleraerkrankungen. Schon mit 30 Euro können wir drei Großpackungen Elektrolytlösung finanzieren. Das ist eine ganz konkrete Hilfe, die die Spenderinnen und Spender damit leisten können.

Frau Zeithammer, wir sind am Ende unseres Gespräches. Die zehn Euro behalten Sie – nicht persönlich, sondern action medeor. Das ist nicht besonders viel.

Herr Bringmann, es ist nicht richtig zu sagen, es ist nicht besonders viel. Auch das ist eine Geldspende, die viel bewirken kann. Es gibt nicht den Tropfen auf den heißen Stein an dieser Stelle, meiner Meinung nach. Sondern jedes Medikamentenpaket, was das Lager von action medeor verlässt, kommt ganz konkret einem Patienten oder einer Patientin zugute und kann im Zweifelsfall sogar Leben retten. Also vielen Dank!

Vielen Dank liebe Hörerinnen und Hörer. Sie sollten jetzt wirklich überlegen, ob Sie nicht etwas spenden wollen. Informationen dazu finden sie – auch über das, was wir jetzt hier besprochen haben – unter www.medeor.de.
Es ist Adventszeit, wir gehen stark auf Weihnachten zu. Wir von action medeor wünschen Ihnen eine gute Weihnachtszeit. Wir wünschen Ihnen aber vor allen Dingen auch einen guten Rutsch und für 2020 wünschen wir uns allen, Ihnen und uns, nur gute Nachrichten.

Auf Wiederhören, auf Wiedersehen vom Niederrhein in die Welt.


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