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Podcast: Humanitäre Krise in Venezuela

 

Seit Wochen bestimmt der Machtkampf um das Präsidentenamt in Venezuela die Nachrichten aus dem südamerikanischen Land. Währenddessen verschärft sich die humanitäre Lage der Bevölkerung immer weiter, es fehlt am Nötigsten zum Leben: das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, Medikamente gibt es kaum noch im Land.

Um zu überleben, haben inzwischen etwa drei Millionen Menschen ihre Heimat verlassen – das ist jeder zehnte Venezolaner. Über eine Million Geflohene hat allein das Nachbarland Kolumbien aufgenommen, ein Land, in dem auf Grund von jahrzehntelangen bewaffneten Konflikten Armut und Gewalt weit verbreitet sind.

Als Notapotheke der Welt leistet action medeor medizinische Hilfe für die notleidende Bevölkerung. Im action medeor Podcast berichten die action medeor Mitarbeiter Alessandra Behler und Dirk Angemeer über die Hilfsmaßnahmen von action medeor in Venezuela sowie für die Geflüchteten im angrenzenden Kolumbien.

Der Podcast zum Nachlesen

Schön, dass sie wieder dabei sind beim Podcast von action medeor. Bei unseren Themen geht es – und das ist ziemlich normal für ein Medikamentenhilfswerk – immer um Krisen, Kriege, Gewalt, Not und Elend, leider. Unser heutiges Thema beschäftigt derzeit die Welt, die Politik, die Menschen und auch uns: Venezuela. Die Menschen in Venezuela leiden Hunger, die Inflation frisst das Geld weg. Das erdölreichste Land der Welt ist ökonomisch im freien Fall. Seit Wochen bestimmt der Machtkampf um das Präsidentenamt in Venezuela die Nachrichten aus dem südamerikanischen Land. Währenddessen verschärft sich die humanitäre Lage der Bevölkerung immer weiter, es fehlt am Nötigsten zum Leben. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, Medikamente gibt es kaum noch im Land. Um zu überleben haben inzwischen etwa 3 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Das ist jeder zehnte Venezolaner. Über eine Million Geflohene hat alleine das Nachbarland Kolumbien aufgenommen – ein Land, in dem aufgrund jahrzehnter langer bewaffneter Konflikte Armut und Gewalt verbreitet sind. action medeor hilft. Wie, das schildern ihnen gleich meine zwei Gesprächspartner Dirk Angemeer und Alessandra Behler. Mein Name ist Kasper Müller-Bringmann.

Dirk Angemeer, Sie sind bei action medeor für den Bereich der Medikamentenhilfe zuständig. Wie kann action medeor eigentlich in Venezuela direkt helfen?

Wir schicken direkt Pakete nach Venezuela – Hilfspakete, die gepackt sind mit dem Notwendigsten, was in Venezuela benötigt wird.

Was ist in diesen Paketen drin?

Wir haben ganz viele Schmerzmittel, Antibiotika aber auch Verbandsstoffe, Kanülen, Katheter, alles was man braucht.

Was wird am dringendsten in Venezuela gebraucht? Neben Lebensmitteln?

Angemeer: Es sind tatsächlich die einfachen Medikamente, die Sie hier in jeder Apotheke sofort bekommen. Also vor allen Dingen Schmerzmittel, sowas wie Ibuprofen zum Beispiel, sowas ist da gar nicht mehr vorhanden oder nur sehr schwer zu bekommen

Kommen diese Pakete auch an?

Ja sie kommen an, es dauert lange, teilweise sehr lange, 5-7 Wochen, weil auch die Wege die wir nutzen etwas komplizierter sind und auch der Partner den wir hauptsächlich beliefern sehr weit abgelegen ist, aber wir haben Bilder von vor Ort, die Pakte kommen an.

Die Zeit danach, wenn es möglich ist, Hilfslieferungen direkt nach Venezuela zu liefern, was plant, was hat action medeor da vorbereitet?

Wir müssen sehen, wie sich die Situation vor Ort entwickelt. Es gibt verschiedene Szenarien. Eine Möglichkeit ist, über die ABC-Inseln, Aruba, Bonaire, Curaçao nach Venezuela zu liefern. Von da aus sind es nur 50 Kilometer Luftlinie. Ein anderes Szenario ist direkt nach Caracas einzufliegen, per Luftfracht etwas zu machen oder aber einen der vorhandenen Seehäfen zu nutzen.

Rund eine Million Menschen sind in das Nachbarland Kolumbien geflohen, das hörten wir ja bereits schon. Eine Million Schicksale: Damit ist auch Kolumbien natürlich überfordert. Jede Hilfe ist willkommen, ist sie noch so klein. action medeor unterstützt ein Projekt in Cartagena in Kolumbien, verantwortlich für dieses Projekt ist Alessandra Behler, die jetzt bei mir ist. Frau Behler worum geht es in diesem Projekt und wie ist die Situation vor Ort?

Die Situation vor Ort ist momentan sehr angespannt, nach Angaben der kolumbianischen Behörden kommen täglich mehr als 30.000 Venezolaner über die Grenze nach Kolumbien, in erster Linie um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen und zurückzukehren nach Venezuela, aber man schätzt das ca. 3.000 Menschen pro Tag dortbleiben und entweder über den Norden des Landes weiterziehen nach Peru oder Ecuador oder sich in Kolumbien niederlassen. Ja und Kolumbien selbst befindet sich in einem Postkonflikt und ist das Land mit den meisten Binnenvertriebenen der Welt mit über 7 Millionen Menschen. Trotz des Friedensprozesses sind die Folgen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs noch immer spürbar und unsere Partner vor Ort berichten regelmäßig von Vertreibungen und Gewalt gegenüber der Zivilbevölkerung. Hauptsächlich durch paramilitärische Gruppen. Dementsprechend stellt der Zuzug von über einer Million venezolanischen Geflüchteten natürlich eine große Belastung und Herausforderung für das Land dar.

Bringmann: Wie sieht denn dieses Projekt in Cartagena nun aus?

Wie wir schon gehört haben mangelt es in Venezuela an Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser und Medikamenten, sodass die ankommenden Flüchtlinge im Rahmen des Projekts zunächst medizinisch versorgt werden. Es finden regelmäßige Verteilungen von Lebensmitteln statt, darunter Reis, Nudeln, Linsen, Öl und Zucker um der Mangel- und Unterernährung vieler Menschen entgegenzuwirken. Darüber hinaus wird eine psychosoziale und juristische Beratung angeboten, welche die Migranten in Anspruch nehmen können, um beispielweise ihre Fluchterfahrungen zu verarbeiten oder Fragen zu ihrem Aufenthaltsstatus klären zu können. Auch werden sie über Möglichkeiten zu Einkommensgenerierung informiert und die meisten Aktivitäten finden in einem Gemeindezentrum in Cartagena statt. Aber dreimal pro Woche fahren Ehrenamtliche aus dem Gesundheitsbereich in die ländlichen Gebiete um Cartagena, sodass insgesamt etwa 300 venezolanische Flüchtlingsfamilien von dem Projekt profitieren. Zu guter Letzt werden Treffen mit staatlichen und privaten Institutionen organisiert, um eine umfassende ambulante Betreuungsroute für die venezolanischen Migranten zu schaffen und die Integration der Neuankömmlinge zu fördern.

Ohne Kooperationspartner vor Ort ist dieses Projekt wie andere auch, nicht durchführbar, wer ist dieser Kooperationspartner und wie sind die Erfahrungen?

Ja, der Kooperationspartner ist die lokale gemeinnützige Organisation Corporación Desarrollo y Paz del Canal del Dique y Zona Costera, die vor 10 Jahren unter anderem von der Erzdiözese     Barranquilla und Cartagena gegründet wurde und den Kontakt haben wir über Adveniat vermittelt bekommen. Bisher kann man sagen, dass die Zusammenarbeit wirklich sehr gut war. Der Partner ist sehr erfahren in seiner Arbeit und wir erhalten regelmäßig Updates und Bilder aus dem Projekt und auch Informationen über die sozio-politische Lage vor Ort.

Das Projekt läuft bis Juni 2019, also Mitte dieses Jahres ist Schluss. Wie geht es dann weiter, oder geht es überhaupt weiter?

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Anzahl der Venezolaner in Kolumbien in den kommenden Monaten und Jahren stark ansteigen wird, von daher ist der Bedarf entsprechend hoch, an den Leistungen, die wir im Projekt anbieten. Eine Ausweitung und Verlängerung des Projekts, um noch mehr Menschen, vor allem in ländlichen Regionen zu erreichen wird angestrebt, aber auch hier kommt es wie immer auf Spenden an, ob wir diese Nothilfe in Kolumbien leisten können.

Sie sehen: Hilfe für Venezuela ist so wichtig, deshalb benötigen wir auch ihre Hilfe. Wie das geht? Alle Spendenmöglichkeiten finden Sie auf unserer Website www.medeor.de. Hier können Sie sich übrigens auch über die Hilfeleistungen in Venezuela und Kolumbien informieren. Helfen Sie bitte den notleidenden Menschen. Ihre Hilfe kommt an, das garantieren wir Ihnen. Das war’s für diesen Monat von action medeor im Podcast. Bleiben Sie uns gewogen und empfehlen Sie uns weiter. Tschüss vom Niederrhein.




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