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Podcast: Malaria

In der Mai-Ausgabe des action medeor Podcast informieren wir über die Krankheit Malaria.

Was ist Malaria, wo sind die Menschen am stärksten betroffen und wie helfen Organisationen wie action medeor? action medeor-Apotheker Christoph Bonsmann gibt Antworten.

Der Podcast zum Nachlesen

Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast Ausgabe von action medeor schön, dass Sie wieder dabei sind. Kennen Sie diese Symptome einer weltweit bekannten Krankheit? Solche typischen ersten Anzeichen sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Schwäche, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Übelkeit, Schwindel und Gliederschmerzen. Wenn Sie diese Symptome haben und sich vorher in einem Tropengebiet aufgehalten haben, dann könnten Sie an Malaria erkrankt sein. Ärztliche Hilfe ist dann sofort notwendig denn Malaria unbehandelt kann tödlich sein. Malaria kennt man auch als Sumpffieber, Wechselfieber, Marschenfieber oder als kaltes Fieber. Malaria ist eine Infektionskrankheit die heutzutage hauptsächlich in den Tropen und Subtropen durch den Stich einer weiblichen Stechmücke, auch Moskito genannt, übertragen wird und die Stechmücken sind genau dort beheimatet wo sie ideale Lebensbedingungen finden nämlich Wärme und viel Wasser. Insbesondere stehendes Wasser sind die bevorzugten Brutgebiete der Stechmücken.

Laut einer Erhebung der Weltgesundheitsorganisation WHO infizierten sich im Jahre 2017 rund 219 Millionen Menschen. 435.000 von ihnen starben, darunter 266.000 Kinder. Für Kleinkinder besteht das größte Todesrisiko.
Die Malaria ist heute unser Thema denn bei der Zyklon Katastrophe in Mosambik, Malawi und Simbabwe sind weite Gebiete überschwemmt worden, ein starker Anstieg der Malaria wird befürchtet. Wir schauen aber auch in den Kongo und vielleicht überrascht sie das, auch nach Venezuela. Mein Name ist Kaspar Müller-Bringmann.

Bei mir ist jetzt Christoph Bonsmann. Sie sind Apotheker und Vorstandsmitglied bei action medeor. Der Zyklon Idai in Afrika hat nicht nur unermesslich hohe Schäden verursacht, viele viele Menschen sind obdachlos geworden, Krankheiten grassieren. Wie ist die Situation derzeit in den betroffenen Ländern? Warum befürchten sie eine Ausbreitung der Malaria Krankheit?

Betroffen sind ja die drei Länder, die sie genannt haben. Da ist ja Mosambik an allererster Stelle und dann ist es noch Malawi und Simbabwe. Wir sind in allen drei Ländern aktiv. Malawi insbesondere, weil wir dort noch eine Außenstelle haben. Eine Kollegin von mir war unmittelbar nach dem Zyklon vor Ort und ich selber war parallel in Tansania. Die Situation stellte sich wie folgt dar, es war neben den Zerstörungen durch den starken Wind vor allem der starke Regen, der die Flüsse zum Übertreten brachte. Und jetzt haben wir das Problem, dass überall das Wasser steht, das heißt Malaria und Cholera drohen natürlich. Cholera scheint jetzt im Griff zu sein und jetzt besteht halt die Gefahr, dass es eine stärkere Malaria-Saison, so nennen wir das, geben wird. 

Was kann action medeor tun? Was tut action medeor?

Malaria wird übertragen durch die weibliche Stechmücke, was die Stechmücke braucht ist sauberes Wasser, das hat sie jetzt zu genüge. Die Wärme ist auch da. Jetzt ist es richtig heiß dort und sie braucht genügend Menschen, die gestochen werden können, die kein Moskitonetz haben. Die erste Schutzmaßnahme wäre ein imprägniertes Moskitonetz. Die Mücke sticht in der Nacht, das ist angenehm, dadurch ist sie planbar. Das heißt, wenn ich unter einem Schutznetz liege versucht diese Mücke, weil sie diese Blut Mahlzeit braucht, dieses eine kleine Loch zu finden, den einen Riss um dann an das menschliche Blut zu gelangen und wandert dann über das Netz. Wenn dieses Netz auch noch imprägniert ist wird das Insektizid über die Füße aufgenommen und dadurch stirbt das Insekt relativ zügig und kann auch nicht mehr Malaria dann übertragen. Auch schon wenn es nur flugunfähig ist. Das ist also die Schutzmaßnahme Nummer eins, action medeor hilft mit Moskitonetzen sowohl in Mosambik wie auch in Malawi unterstützen wir mit Moskitonetzen. Aber auch mit Medikamenten.

Was kostet so ein Moskitonetz, wenn man das nach Afrika bringt?

Diese Moskitonetze gibt es in unterschiedlichen Größen von Einzelbett bis Rundzelt sozusagen, zwischen fünf und zehn Euro und damit schützt man dann die Einzelperson aber oft auch eben die Mutter, die schwangere Mutter, die schwangere Frau, die ist hauptsächlich gefährdet und die Kinder, Kinder unter fünf sind die, die am meisten von der Malaria betroffen sind. 

Die Malaria muss nicht tödlich verlaufen Medikamente helfen, können helfen. Wie bringen sie die Medikamente dorthin?

Wir haben ja das große Glück, dass wir vor Ort vertreten sind. Das heißt in Daressalam haben wir ein großes Lager, wir haben sogar noch ein Lager im Süden Tansanias ganz nah an der Grenze zu Mosambik und wir haben noch ein Lager in Lilongwe, Malawi. Die Malaria ist relativ heimtückisch denn die Symptome die Sie eingangs geschildert haben sind die einer Erkältung, einer starken Erkältung. Man denkt vielleicht gar nicht zunächst an die Malaria, das ist auch für die Reisenden wichtig, dass sie eben in den Tagen nach der Reise noch immer bei solchen Symptomen wachsam bleiben. Bis zu 30 Tagen nach dem Stich kann die Malaria auftreten. Wenn dann aber die Malaria ausbricht, das heißt ich habe Kopf und Gliederschmerzen hohes Fieber und Verdacht auf Malaria muss ich sofort aktiv werden. Weil wenn sich die Malaria sozusagen verschleppt dann kann sich innerhalb von wenigen Stunden zu einer schweren lebensbedrohlichen Malaria entwickeln. Medikamentös ganz am Anfang, schnell behandelt ist sie in nahezu allen Fällen gut behandelbar.

Herr Bonsmann lassen sie uns einen Sprung machen innerhalb von Afrika nach Zentralafrika in den Kongo. Dort ist action medeor mit Partnern schon seit vielen vielen Jahren unterwegs und vor Ort dort gibt es Projekte, die die Malaria sozusagen substanziell bekämpfen soll.

Ja, ich nannte das hauptbetroffen die Schwangeren sind, die haben ein heruntergefahrenes Immunsystem. Das heißt, da hat es der Malaria Erreger, er ist ein Plasmodium, besonders leicht. Und Kinder: Bei denen ist das Immunsystem auch noch nicht voll ausgereift. Man möchte eigentlich alle Infektionen vermeiden und in den Fällen, in denen man es nicht vermeiden kann, möchte man die Menschen sensibilisieren, dass sie so schnell wie möglich medizinische Hilfe suchen. Das alles muss man planen, das alles muss man mit den Menschen vor Ort auch planen und dafür führen wir ein großes Projekt durch in Bukavu aus Kongo mit einer lokalen Hilfsorganisation die zwei Krankenhäuser betreibt. Ich war selber vor sechs Wochen dort. Ganz beeindruckend was dort geleistet wird und ein Hauptteil ist einfach die Aufklärung der Bevölkerung: Was ist Malaria? Wie kann ich mich vor Malaria schützen? Und natürlich haben auch die Stationen die notwendigen Diagnose Möglichkeiten und Medikamente, um die Malaria zu behandeln.

Malaria das ist eine sehr gefährliche Krankheit. Wie sind die Zahlen derzeit? Haben Sie den Eindruck, dass man sie eindämmen kann, diese Krankheit? Es soll ja jetzt auch eine Schutzimpfung geben.

Also die Menschen träumen eigentlich seit hunderten von Jahren, aber spätestens seit Mitte des letzten Jahrhunderts, davon die Malaria zu eradizieren, das heißt auszurotten. Das ist in manchen Ländern auch geschafft worden, zum Beispiel U.S. Amerika hatte mal Malaria. Der Süden Europas war Malariagebiet. Durch die Austrocknung der Sümpfe, durch groß angelegte DDT Sprühaktionen konnte die Malaria dort bekämpft werden indem man einfach den Überträger ausgerottet hat. Im Moment haben wir eigentlich alle Maßnahmen in den Entwicklungsländern, Afrika ist zu 90 Prozent von der Malaria betroffenen, ergriffen. Das heißt, es werden Malarianetze verteilt, es werden Möglichkeiten zur frühzeitigen Diagnose und Medikamente bereitgestellt und es wird immer noch gesprüht, das heißt es gibt dort Indoor-Spraying. Da kommen da wie Astronauten gekleidete mit Sprühkanistern in die Wohnung und sprühen dann die Wände mit einem Insektizid ab. Dass alles funktioniert, aber wir merken wir sind jetzt auf einem Plateau, das heißt wir stagnieren im Moment und wir brauchen neue Methoden, um vor allen Dingen die hauptbetroffenen, die Kinder unter fünf, wirkungsvoll vor der Malaria zu schützen. Die Impfung könnte da eine ganz große Rolle spielen, etwa 40 Prozent der geimpften Kinder werden keine Malaria, beziehungsweise eine deutlich weniger schwere Malaria entwickeln und das würde dann auch diesen Teufelskreislauf durchbreche. Denn jedes infizierte Kind ist auch wieder die Nahrungsquelle für ein noch nicht infiziertes Insekt was sich dort dann die Malariaerreger holt und das kann dann wieder ein neues Kind was noch nicht infiziert ist infizieren. Das heißt, wenn ich diese Zahl runterbringe, kann ich einen deutlichen Beitrag zur gesamt Reduzierung der Malaria leisten.

Jetzt habe ich am Anfang darüber gesprochen, dass auch Venezuela betroffen ist, wieder betroffen ist. Also lassen wir uns bitte mal kurz über den Atlantik springen. Warum grassiert oder warum befürchtet man, dass die Malaria in Venezuela wieder Fuß fasst?

Malaria ist ein schreckliches Beispiel dafür, dass diese Krankheit kein Schicksal ist. Sie ist vermeidbar, sie ist eine Armutserkrankung. Sie kommt eben im Tropengürtel vor, in den Ländern die arm sind. Sie kommt nicht in den Ländern vor die wohlhabender sind, in denen die Infrastruktur verhältnismäßig besser, die medizinische Infrastruktur, die häusliche Infrastruktur verhältnismäßig besser ausgebaut ist. Venezuela ist ein Land, dem ging es vor den inneren Unruhen relativ gut, die haben ein vernünftiges Gesundheitssystem gehabt und so war in weiten Teilen des Landes Malaria entweder nicht existent, man kann sagen ausgerottet aber die Nachbarländer gibt es natürlich auch noch.
Jetzt durch die innere Zerrissenheit des Landes ist auch die medizinische Infrastruktur zusammengebrochen und dadurch ist jetzt tatsächlich nach langen Jahren, in denen es kaum nennenswerte Malariafälle gab, Malaria wieder auf dem Vormarsch.

Ja, das war unser Schwerpunktthema für diesen Monat, die Malaria. Wenn sie mehr Informationen benötigen oder sich besorgen möchten, dann schauen Sie bitte auf unsere Seiten im Internet www.medeor.de. Dort finden Sie auch die Möglichkeiten uns zu helfen, nämlich mit einer Spende. Darauf sind wir angewiesen, dass sie uns unterstützen und sie damit die Menschheit unter anderem in Afrika bei der Malaria Bekämpfung unterstützen können. Wir wünschen Ihnen noch einen guten Tag. Wir verabschieden uns aus Tönisvorst und bitte empfehlen Sie uns weiter.



Helfen ist selbstverständlich

„Würden meine Familie und ich von einer Naturkatastrophe getroffen werden, würde ich mir auch wünschen, dass es Menschen gibt, die uns helfen. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, Menschen, die in Not geraten sind, zu unterstützen.”

Heike Wennmacher, Spenderin


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