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Jemen: die größte humanitäre Katastrophe der Welt

© ADRA

Die Themen im action medeor Podcast: Spenden zu Weihnachten - warum wird in dieser Zeit verstärkt um Unterstützung geworben und wo wird die Hilfe aktuell am meisten benötigt?

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit rufen NGOs verstärkt zum Spenden auf. Warum? action medeor Vorstandssprecher Bernd Pastors berichtet über Spendenbereitschaft und den Bedarf an Unterstützung für die großen humanitären Notlagen. Außerdem berichtet er über einen Schwerpunkt der Nothilfe von action medeor im Jahr 2018: die humanitäre Katastrophe im Jemen.

Der Podcast zum Nachlesen

Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe des Podcasts von action medeor. Schön, dass Sie uns zu hören. Wir haben heute für Sie zwei Themen vorbereitet: Wir wollen sprechen über die aktuelle Situation bei der Hilfe von action medeor in den Krisengebieten. Aber wir wollen auch sprechen über Spenden, Spendenbereitschaft und warum ausgerechnet immer in der Vorweihnachtszeit zu Spenden verstärkt aufgerufen wird. Mein Name ist Kaspar Müller-Bringmann

Ja bei mir ist mein Gesprächspartner Bernd Pastors. Er ist Vorstandssprecher bei action medeor. action medeor kurz vor Jahresende wo hilft action medeor zur Zeit?

Ein großer Schwerpunkt unserer Hilfe geht zurzeit in den Jemen. Wir haben dort eine ganz große Katastrophe. Die UN spricht von der größten humanitären Katastrophe der vergangenen Jahrzehnte. Bedingt durch den Bürgerkrieg leiden dort über 14 Millionen Menschen an einer totalen Unterversorgung. Viele Kinder leiden weil nicht genügend Nahrungsmittel und Medikamente vorhanden sind. Außerdem ist unter diesen schwierigen Bedingungen vor Ort die Cholera mittlerweile ausgebrochen.

Was kann man dorthin schaffen und wie ist der Weg dorthin? Das wird ja nicht einfach sein.

Das ist sicherlich eine große logistische Herausforderung, die Hilfe doch zu den Menschen zu bringen. Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzung sind immer wieder die Häfen wo die Hilfsgüter anlanden auch geschlossen und wir müssen die jeweiligen Zeitfenster zwischen den kriegerischen Handlungen nutzen um zwischen dieser Ruhepause die Hilfe zu den Menschen zu bringen.

Wie viel Medikamente, welche Hilfsmittel werden in den Jemen geschafft? In welchem Umfang eigentlich?

Also wir haben jetzt im vergangenen Jahr Hilfe von über 800.000 Euro dorthin geschickt, über 50 Tonnen. Das ist fast ein Viertel der gesamten Hilfe der action medeor im vergangenen Jahr, die nur in den Jemen gegangen sind. Es wird vor allen Dingen natürlich Heilnahrung hingeschickt, aber genauso auch das gesamte Programm der sogenannten Basismedikamente um dort eben die vorhandenen Krankheiten, wie unter anderem die Cholera, wirksam zu bekämpfen.

Aktuell, was geht da täglich raus?

Also gestern hat noch mal wieder ein Container im Wert von über 100.000 Euro unser Lager verlassen. Wir haben weitere Hilfssendungen hier im Lager vorbereitet, die zurzeit gepackt werden. Wir gehen davon aus, dass pro Woche vielleicht ein Container über 100.000 Euro das Lager verlassen wird.

Das heißt die Hilfe muss weitergehen. Ist da irgendein Ende in Sicht oder bereitet man sich hier bei action medeor vor, weiter zu helfen?

Unser lokaler Partner vor Ort mit dem wir zusammenarbeiten ist das adventistische Katastrophenteam ADRA und dort kriegen wir regelmäßige Berichte auch über die Situation vor Ort. Im Moment sind die Kämpfe leider wieder aufgeflammt. Aber es gibt Hoffnung, dass zum Jahreswechsel, vielleicht zu Beginn des neuen Jahres, wir dann doch wieder Ruhephasen haben werden und wir dort so systematisch weiter Hilfe leisten können.

Wir sind in der Vorweihnachtszeit und das heißt, uns erreichen täglich irgendwelche Spendenbriefe. Ja Spenden, Spendenbereitschaft und was oder wie kontrolliert man eigentlich diese Spenden? Kommen die auch wirklich an? Darüber will ich noch mal mit Bernd Pastors sprechen.

Herr Pastors, warum eigentlich ist es so, dass vor Weihnachten immer wieder zu Spenden aufgerufen wird und man ja fast erschlagen wird?

Also gerade in der Vorweihnachtszeit werben viele Hilfsorganisationen um Spenden. Die action medeor braucht natürlich das ganze Jahr über Spenden, sodass wir auch im Frühjahr und im Sommer und besonders wenn Katastrophen anliegen wo wir helfen wollen, dann bitten wir die Spender uns zu unterstützen. Aber auch natürlich besonders zur Weihnachtszeit. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass gerade in der Vorweihnachtszeit die Leute doch sich auf den Advent, auf Weihnachten, freuen, man besinnlicher wird und ruhiger wird und man dann seine Lieben auch beschenkt. Vielleicht kommt es auch daher, dass, wenn man Geschenke seinen Lieben und Freunden mitgibt, dass man sagt, dann kann ich auch denen ein Geschenk geben die in Armut und Not leben und kann daher dann mit meiner Spende vor Ort auch immer mehr Menschen beschenken.

Merken sie im Spendenaufkommen, dass in der Vorweihnachtszeit mehr Spenden action medeor erreichen?

Wir merken es schon. Viele Menschen sparen sich das Geld vielleicht auch an und sagen, gerade zu Weihnachten möchte ich dann noch spenden, sodass es auch so bei uns ist, dass wir im Dezember doch ein erhöhtes Spendenaufkommen verzeichnen können. Worüber wir sehr dankbar sind, denn es gibt ja eine Menge Aufgaben für die wir entsprechende Spenden brauchen

Ist es nicht eigentlich kontraproduktiv wenn alle gleichzeitig zu Spenden aufrufen?

Spender, die regelmäßig spenden macht sicherlich auch Sinn. Es gibt Menschen die sagen lieber, spende ich einmal im Monat einen kleinen Betrag über das ganze Jahr verteilt dann auch anstatt nur zu Weihnachten. Wenn man als Spender 5,6,7,8 Briefe in der Woche bekommt, ist das natürlich eine enorme Belastung. Aber man kann mit den Spendern kommunizieren und wenn wir einen Spender fragen: „Kannst du spenden?” oder auch nicht und er sagt: „Einmal im Jahr reicht. Aber bitte nur im Sommer!”, dann bekommt er auch nur im Sommer ein Spendenaufruf. Das ist eine Sache der Kommunikation zwischen Hilfsorganisationen und Spender.

Nun fragen sich viele Spender, wie kommt meine Hilfe eigentlich an? Wie viel ist davon wirklich Verwaltungsaufwand und wie viel geht da wirklich in Medikamente oder ein Hilfsmittel? Wie wird das geprüft?

Also Hilfsorganisationen wie die action medeor leben vom Vertrauen der Spender in die Wirksamkeit der Hilfe. Deswegen macht action medeor auch sehr viel Kommunikation. Das heißt, ich kann es überprüfen anhand von Unterlagen die im Internet abrufbar sind oder auch zugeschickt werden können. Dort steht wie wir mit dem Geld umgehen, wie hoch unsere Verwaltungskosten sind und wir dokumentieren auch wie die Hilfe vor Ort konkret eingesetzt wird, damit man sehen kann wo letztendlich die Spende beim betroffenen Menschen landet.

Gibt es eigentlich so eine Art Spendensiegel oder eine Zertifizierung?

Die action medeor ist beim Deutschen Spendenrat und lässt sich darüber hinaus neben den gesetzlichen Regelungen auch noch mal unabhängig zertifizieren. Das heißt, nach dem wir selber noch mal von unseren Wirtschaftsprüfern geprüft worden sind, wird zusätzlich noch mal von anderen Wirtschaftsprüfern geprüft, wie wir mit unseren Spenden umgehen und dafür erhalten wir ein Spendenzertifikat.

Also kann der Spender sicher sein, dass seine Hilfe für action medeor für die Menschen, denen action medeor hilft, auch ankommt?

Ja, er kann sicher sein, weil wir es dokumentieren. Er kann es selber überprüfen und die Zertifikate bestätigen es.

Ja das war unser Podcast für diesen Monat. Alle Informationen können Sie auch im Internet abrufen. Die Adresse kennen sie: medeor.de und bitte denken Sie daran: Wir sind auf ihre Spenden angewiesen. Auch dort finden Sie Informationen, wie Sie spenden können. Wir wünschen Ihnen eine gute Adventszeit. Bis bald wieder und bitte empfehlen Sie uns weiter!

 

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