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Podcast: Wie hilft action medeor im Jemen?

Medizinische Hilfsgüter von action medeor sind bei den Partnern im Jemen eingetroffen.

Medizinische Hilfsgüter von action medeor sind bei den Partnern im Jemen eingetroffen. © ADRA

 Die Lage der Zivilbevölkerung im Jemen ist unverändert dramatisch: drei Viertel der Bevölkerung benötigen humanitäre Hilfe.

Es herrscht eine schwere Hungersnot, zudem ist die medizinische Versorgung fast vollständig zusammengebrochen. action medeor schickt Medikamente und medizinisches Verbrauchsmaterial, damit die letzten verbleibenden Gesundheitseinrichtungen weiter die vielen Kranken und Verletzten versorgen können. Dirk Angemeer, bei action medeor verantwortlich für den Bereich Medikamentenhilfe, berichtet in der aktuellen Ausgabe des action medeor Podcast.

Der Podcast zum Nachlesen:

Das Entsetzen über die toten Kinder war weltweit spürbar: weil es bewegte Bilder gab, rückte der furchtbaren Krieg im Jemen wieder in die Nachrichten der Fernsehsender. Anfang August war im Nordjemen bei einem Luftangriff ein Schulbus getroffen worden: mindestens 29 Kinder starben, rund 50 Menschen wurden verletzt, darunter auch zahlreiche Kinder. Eine der Folgen eines erbarmungslosen, schrecklichen Kriegs im Jemen, der dort seit drei Jahren tobt. Ein Ende ist nicht in Sicht. Der Jemen und die Hilfe, die action medeor zusammen mit Partnern dort leistet, das ist das Thema dieser Folge unseres Podcast von action medeor. Herzlich Willkommen und schön, dass Sie uns bei diesem wichtigen Thema zuhören! Mein Name ist Kaspar Müller-Bringmann.

Dirk Angemeer ist bei mir, Sie sind der Leiter der Medikamentenhilfe bei action medeor und koordinieren die Hilfe für den Jemen. Wie ist derzeit die Lage im Land?

action medeor mitarbeiter angemeerDie Lage im Jemen ist unverändert dramatisch, es ist die größte humanitäre Katastrophe aller Zeiten. Zur Zeit benötigen drei Viertel der Bevölkerung im Jemen humanitäre Hilfe, das sind mehr als 22 Millionen Menschen. Von diesen 22 Millionen Menschen sind 8,5 Millionen von einer schweren Hungersnot bedroht. Insofern ist die Lage katastrophal.

Welche Hilfe kann action medeor leisten?

action medeor kann im Rahmen seiner Möglichkeiten mit Medikamenten unterstützen, aber auch mit medizinischen Verbrauchsmaterialien, wie Pflastern, Verbandstoffen etc.

Was wird ganz dringend benötigt?

Wenn man sich die Krankheiten vor Ort anschaut sind es teilweise ganz normale – bei uns sind es Kinderkrankheiten - es gibt die Masern, es gibt Windpocken, aber es gibt immer noch Fälle von Cholera. Wir dürfen nicht vergessen, der Jemen hat die schwerste Cholera-Epidemie aller Zeiten hinter sich historisch gesehen: mehr als 1,1 Millionen infizierte Cholera-Patienten. Insofern benötigen wir auf jeden Fall Wasser-Entkeimungstabletten, sehr viele Infusionslösungen, aber auch Antibiotika, Verbandsstoffe, Schmerzmittel etc.

Die Hilfe, die action medeor leistet, ist ohne Partner vor Ort nicht möglich. Wer ist dieser Partner?

Wir haben verschiedene Partner vor Ort, wir arbeiten mit einer deutschen Organisation zusammen aus unserem Bündnis Aktion Deutschland Hilft, ADRA, aber auch mit anderen internationalen NGOs. Interessant ist es vielleicht, wenn man sich die Bedingungen der internationalen NGOs vor Ort anschaut: Viele ziehen sich aus dem Land zurück, weil sie entweder mehr Repressalien erleiden, aber auch weil sie kaum noch Mitarbeiter finden, die vor Ort arbeiten wollen, weil es eben so gefährlich ist. Insofern hat unser Partner ADRA großen Zulauf, auch von lokalen Mitarbeitern, die dort arbeiten wollen.

Die Hilfe für den Jemen, das ist ja nicht ganz einfach – der Transportweg ist kompliziert, teilweise war er sogar komplett abgeschlossen. Über Luft geht es nicht. Wie ist der Weg in den Jemen?

Wir nutzen normale kommerzielle Seefracht wohl mit einem besonderen Dienstleister aus den USA der erfahren ist im Bereich der humanitären Hilfe und weiß welche Wege man gehen muss. Wir nutzen die Häfen von Al-Hudaida und von Aden. Interessant ist das Clearing vor Ort - das ist ja eigentlich der schwierige Prozess. Dort geht es dann mit lokalen Agenten weiter die aber auch von unserem Dienstleister in Zusammenarbeit mit unserem Partner eingesetzt werden.

 Herr Angemeer, was ist noch weiter geplant? Denn die Hilfe kann ja nicht von heute auf morgen gestoppt werden.

Wir haben für dieses Jahr noch sechs oder sieben Verschiffungen geplant in den Jemen aber die Hilfe geht auch im Jahre 2019 weiter. Ich denke die wird auch noch über das Jahr 2019 hinaus relevant sein.

Dirk Angemeer war das, Leiter der Medikamentenhilfe bei action medeor. Vielen Dank!

Und jetzt haben wir noch zwei Meldungen für Sie:

Nach den letztem Dürrejahren kam es im April und im Mai in Somalia anstatt der erwarteten regulären Regenzeit zu Starkregen. Die Folge: Flüsse führten Hochwasser und überschwemmten Dörfer und Ackerflächen. 180 tausend menschen sind in der Projektregion von action medeor direkt von den Auswirkungen der Überflutungen betroffen. Sie mussten ihre Dörfer verlassen und haben die überlebenswichtige Ernte verloren.
Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation WARDI hat action medeor ein Nothilfeprojekt mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes gestartet. Im Rahmen des Projektes wird eine Basisgrundversorgung hergestellt, landwirtschaftliche Flächen und Bewässerungskanäle wiederhergestellt und Saatgut, Düngemittel und Geräte verteilt.

In der Demokratischen Republik Kongo gibt es für viele Menschen keine ausreichende Gesundheitsversorgung. action medeor führt im Osten des Landes ein großes Nothilfeprojekt durch. Dabei wird action medeor vom Auswärtigen Amt unterstützt. In dem Projekt werden die lokale Bevölkerung und Flüchtlinge aus Burundi medizinisch behandelt. Sechs Gesundheitseinrichtungen werden instandgesetzt, mit Medikamenten und medizinischem Equipment ausgestattet. Zudem wird ein Krankenwagen und eine mobile Klinik angeschafft. Die Wasser- und Sanitärversorgung wird verbessert.

Im Südkivu kümmert sich action medeor zusammen mit seinem Projektpartner um die medizinische Versorgung der Menschen mit HIV sowie Maßnahmen zur Prävention von Malaria. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt.

Ja das war unser Podcast für diesen Monat. Die Hilfe für den Jemen war unser Schwerpunktthema. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, dann jederzeit über unsere Website www.medeor.de und bitte denken Sie daran: Wir sind auf Ihre Spenden angewiesen! Auch dort finden Sie Informationen. Vielen Dank fürs Zuhören und tschüss!

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