Aktuelle Seite:

Podcast: Not in Simbabwe

Im Januar lösten ernorme Preissteigerungen für Benzin Unruhen in Simbabwe aus. Auch Medikamente werden knapp.

action medeor Mitarbeiterin Mareike Illing reiste im Januar nach Simbabwe und erlebte die Eskalation der Lage und die wachsende Not der Bevölkerung hautnah mit. Im action medeor Podcast berichtet sie über die aktuelle Situation im Land, den steigenden Mangel an Medikamenten und die Folgen für die Gesundheitsversorgung.

Jetzt spenden

Der Podcast zum Nachlesen

Herzlich Willkommen zu Ihrem Podcast von action medeor. Auch im neuen Jahr ist die Not in der Welt weiterhin groß. Unser Thema heute führt uns ins südliche Afrika, genauer gesagt nach Simbabwe. Ein Land, in dem es im vergangenem Jahr neue Hoffnung gab, nach der Entmachtung des Diktators Robert Mugabe. Das tiefgebeutelte Land steht aber weiterhin am Abgrund. Nach der Verdreifachung der Benzinpreise begannen neue Unruhen und Proteste. Landesweit wurde das Internet abgeschaltet, Regierungskritiker wurden verhaftet. Die Versorgungslage verschlechtert sich von Tag zu Tag. Medikamente und Hilfsmittel in den Krankenhäusern des Landes sind Mangelware. Simbabwe – das ist aus aktuellem Anlass das Thema unseres heutigen Podcast. Mein Name ist Kaspar Müller-Bringmann.

Mareike Illing ist jetzt bei mir. Sie ist Projektleiterin bei action medeor und war kürzlich in Simbabwe.

Frau Illing, Sie sind erst vor einigen Tagen aus Simbabwe zurückgekommen, an den Niederrhein. Welche Eindrücke bringen Sie mit? Wie ist die Lage in Simbabwe?

Ich bin direkt aus der Lage zurückgekommen, in der Unruhen sich entfaltet haben und wir tatsächlich unsere Unterkunft nicht verlassen konnten und ich diverse Termine abrechen und absagen musste. Was spürt man? Was bringt man mit an Erfahrung? Es herrscht eine große Unsicherheit und eine sehr brisante Lage in Simbabwe. Gerade unsere Partner sind extrem betroffen von den Herausforderungen, die sich stellen.

Was machen diese Partner für action medeor?

Unsere Partner sind Missionskrankenhäuser und -kliniken, also Gesundheitseinrichtungen verschiedener Art, die sich gerade um die ärmere Bevölkerung kümmern. Es sind alles Einrichtungen, die jeden Patienten behandeln würden und das auch tun und die eben entsprechend einen hohen Bedarf an Medikamenten und medizinischer Ausstattung haben.

Sie waren also gewissermaßen bei ihrer Inspektionsreise, so darf man das wohl nennen, gebunden an diesen Ort an dieses Gästehaus. Sie hatten aber trotzdem die Möglichkeit, einmal raus zu kommen. Schildern Sie uns doch einfach, wo Sie hingefahren sind und was Sie dort erlebt haben.

Ja, genau, das war Samstag bevor die Situation sich zugespitzt hat. Da bin ich zum St. Alberts Hospital drei Stunden nördlich von Harare rausgefahren. Und dort war es so, dass man schon gesehen hat, dass die gesamte Wirtschaftslage in Simbabwe den Partnern zusetzt. Tatsächlich ist es so, dass ich in der Pharmazie war und dort dann leider weitestgehend leere Regale vorfinden musste, und die Patienten eben auch in ein eine Stunde entferntes Krankenhaus verwiesen werden mussten, was hohe Kosten, hohe Benzinbedarfe erfordert, die die Partner schlicht nicht haben.

Wie konnte action medeor bislang helfen? Wie sah diese Hilfe aus?

Wir betreuen seit vielen Jahren insgesamt elf Missionshospitäler, diese und diverse kleine Kliniken. Die Missionshospitäler, die wir betreuen empfangen von uns Medikamente, medizinische Ausstattung und Verbrauchsmaterialien und behandeln somit Patienten.

Jetzt ist klar, es müssen neue Medikamente nach Simbabwe geschafft werden. Wie sieht die Hilfe jetzt aus?

Wir haben derzeit Ware im Wert von circa 40.000 € im Lager stehen. Die ist versandbereit, wir kümmern uns jetzt um die Einfuhrreglementarien und dann um den Versand. Das geht an sechs Einrichtungen und wir planen für die weiteren Partner weitere Sendungen.

Aber das mit Schwierigkeiten verbunden. Die Einfuhrbeschränkungen sind ziemlich groß und auch die Verteilung innerhalb des Landes wird Schwierigkeiten bereiten.

Genau, es ist vor Ort ein relativ langer Prozess, um die Einfuhr genehmigt zu bekommen. Da sind wir aber eben mit Partnern in Verbindung, um das zu machen. Aber es ist natürlich ein ganz großes Problem, dass es kaum Sprit gibt und dieser dann eben auch jetzt noch teurer ist, sodass die Partner einfach auch das Problem haben, wenn es einmal im Land ist, das dann auch in ihre Krankenhäuser zu transportieren.

Kommen wir nochmal zurück auf ihre Zeit im Gästehaus, wo Sie gewissermaßen, man kann sagen gefangen gewesen sind. Wie konnten Sie sich informieren?

Tatsächlich war es am Anfang so, dass wir noch Verbindungen über die Sozialen Medien hatten, über das Internet. Das wurde dann relativ schnell alles blockiert, sodass wir gar kein Kommunikationsweg mehr nach Hause hatten. Am Anfang war es so, dass ich über eine Deutsche Mobilfunknummer noch SMS senden konnte. Das ging nachher auch nicht mehr, sodass wir nur noch die internationalen Medien hatten, die uns ein bisschen informiert haben.

Frau Illing, wie wird sich die Lage wohl entwickeln? Können Sie das etwas einschätzen? Können Sie das ein bisschen bewerten?

Es ist natürlich schwierig, das zu bewerten. Die Lage ist definitiv sehr unsicher und daraus lässt sich zumindest erwarten, dass in nächster Zeit die Medikamentenversorgung, die Gesundheitsversorgung nicht besser wird, bestenfalls stagniert oder auch die Verfügbarkeit der Produkte weniger wird.

Die Lage in Simbabwe ist ernst. Die Menschen dort sind auf Hilfe angewiesen, auch auf Ihre Hilfe.

Da kann jeder Euro helfen, da trägt jeder Betrag, auch wenn er noch so klein ist, zur Hilfe bei. Deshalb unser Appell an Sie, unsere herzliche Bitte:  Bitte spenden sie jetzt!

Alle Informationen finden Sie dazu auf www.medeor.de. Herzlichen Dank! Wir verabschieden uns für heute von Ihnen, danken für Ihr Interesse und bitte empfehlen Sie uns weiter. Tschüss vom Niederrhein und bis zum nächsten Mal!




Folgen Sie Ihrem Herzen!

Mit einer regelmäßigen Spende leisten Sie nachhaltig Hilfe.

Sorgen Sie dafür, dass die Notapotheke der Welt immer und überall offen ist.

Spendenkonten

Sparkasse Krefeld, IBAN:
DE78 3205 0000 0000 0099 93

Volksbank Krefeld, IBAN:
DE12 3206 0362 0555 5555 55

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen
Einverstanden
Newsletter bestellen

action medeor Newsletter

Hier können Sie unseren E-Mail-Newsletter abonnieren und werden regelmäßig über die Arbeit von action medeor informiert. 


Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.