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Podcast: die Arbeit von action medeor im Jahr 2017

Trotz logistischer Herausforderungen findet die Medikamentenhilfe von action medeor ihre Bestimmungsorte: hier werden Gesundheitseinrichtungen in ländlichen Regionen des Südsudan mit Medikamenten versorgt.

Trotz logistischer Herausforderungen findet die Medikamentenhilfe von action medeor ihre Bestimmungsorte: hier werden Gesundheitseinrichtungen in ländlichen Regionen des Südsudan mit Medikamenten versorgt. © action medeor

Außerdem in der aktuellen Ausgabe: Projektreferentin Luise Krumm berichtet über ein Projekt zur Stärkung von Frauen und Mädchen in Guatemala.

Im Rahmen der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung blickt Vorstandssprecher Bernd Pastors zurück auf die die Arbeit von action medeor im Jahr 2017 und gibt einen Ausblick auf kommende Schwerpunkte. Besonders im Fokus standen im vergangenen Jahr die humanitären Krisen im Jemen und in Syrien und auch die Nothilfe für die Menschen im Südsudan. Auch 2018 wird action medeor hier weitere Hilfe leisten.

Einen Einblick in ein konkretes Projekt gibt Referentin Luise Krumm: gemeinsam mit lokalen Partnern führt action medeor in Guatemala ein Projekt zur Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch.

 

Der Podcast zum Nachlesen

Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Podcasts für und von action medeor. Unser Schwerpunktthema: Der Rückblick auf das Jahr 2017. Außerdem geht es um Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Guatemala. Jüngst fand die diesjährige Mitgliederversammlung in Tönisvorst statt. Welche Herausforderungen und besonderen Projekte im Mittelpunkt des Jahres 2017 für action medeor standen, darüber unterhielt sich Kaspar Müller-Bringmann mit dem Vorstandssprecher Bernd Pastors.

Müller-Bringmann: Was waren die Schwerpunkte in 2017 für action medeor?

Bernd PastorsDie Schwerpunkte in 2017 waren eindeutig die Not- und Katastrophenhilfe. Vor allen Dingen unser Engagement im Südsudan, im Jemen, aber auch natürlich in Syrien und auch im Nordirak. Dort leben Millionen Menschen unter sehr schweren Bedingungen und dort ist ein Schwerpunkt unserer Hilfe auch gewesen.

 

Die Spendenbereitschaft, nimmt sie zu? Nimmt sie ab? Gibt es Probleme?

Gott sei Dank haben wir noch einen großen Rückhalt bei unseren Spendern für unsere Arbeit. Wir sind im Moment zufrieden mit den Spenden. Wir brauchen sie aber auch. Wir haben eigentlich immer zu wenig, weil die Anforderungen so groß sind. Aber wir sind dankbar für die großartige Unterstützung, die wir jedes Jahr wiederbekommen.

 2017 haben sie eine große Kampagne gefahren - „Hilf den Helfern“. Was steckt dahinter? Wie ist sie angekommen?

Das war eine sogenannte Social Media Kampagne mit der wir im Internet auf unser Anliegen hinweisen. Wir unterstützen ja mit unserer Medikamentenhilfe die Mediziner, die Ärzte, die Krankenpfleger vor Ort in den Flüchtlingslagern und wir bitten dann um Hilfe, damit wir diesen Menschen helfen können und wir sind froh, wir haben über eine Million Menschen erreichen können die sich diesen Film haben anschauen können und wir hoffen dabei eben den Bekanntheitsgrad von action medeor kontinuierlich auszubauen.

Die neuen Medien, Social Media, welche Rollen spielen sie in der Kommunikation mit potentiellen Spendern?

Ja die Rolle wird immer größer. Man muss sich immer mehr damit beschäftigen, weil wir natürlich auch viele junge Menschen erreichen wollen um unser Anliegen zu vermitteln und Social Media, angefangen von Internetauftritt über facebook und auch Podcasts, werden immer wichtiger werden.

Nun sind wir mitten im Jahr 2018. Wo liegen die Schwerpunkte jetzt in diesem Jahr?

Wir haben vor wenigen Tagen den Weltflüchtlingstag gehabt. Über 68 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht und hier ist auch der Schwerpunkt in 2018. Also die Versorgung, die medizinische Versorgung der Flüchtlinge vor allen Dingen immer noch im Nordirak, in Syrien aber mittlerweile auch in Uganda.

Gibt es Entwicklungen die ihnen Sorgen bereiten?

Ja wir sind dankbar für die großartige Unterstützung die wir bekommen. Aber wir merken, dass sich das gesellschaftliche Umfeld langsam doch scheinbar verändert. Während wir in der Vergangenheit oft unser Anliegen gut erklären konnten merken wir, dass die Bereitschaft sich eben auch in der Entwicklungszusammenarbeit, in der Entwicklungshilfe zu engagieren oft hinterfragt wird. Vielleicht manchmal auch zurecht. Aber oft hören wir auch, dass man sich doch besser den Problemen hier in Deutschland zuwenden sollte. Ich glaube, man darf das Eine gegen das Andere nicht ausspielen. Es ist wichtig, auch sich hier in Deutschland zu engagieren. Menschen, die Hilfe hier in Deutschland brauchen, die müssen sie auch bekommen. Genauso wie die Menschen die weltweit in Not sind. Wir brauchen beides, das Engagement hier in Deutschland und die weltweite Hilfe durch action medeor.

Leider gibt es überall auf der Welt immer noch und immer wieder Gewalt gegen Frauen und Mädchen. In Guatemala ist physische und sexualisierte Gewalt gegen junge Frauen allgegenwärtig. action medeor möchte präventiv gegen diese Gewalt vorgehen und damit die Situation für Frauen in dem zentralamerikanischen Land langfristig verbessern. Projektleiterin Luise Krumm im Gespräch mit Kaspar Müller-Bringmann.

Müller-Bringmann: Es geht jetzt um Prävention und Intervention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Das ist ja ein sehr komplizierter Titel sozusagen. Frau Luise Krumm, sie sind Politikwissenschaftlerin und kümmern sich bei action medeor um dieses Projekt, das in Guatemala stattfindet. Worum geht es da in Guatemala? Was ist das Problem?

action medeor staff krummIch bin Projektverantwortliche bei action medeor und in Guatemala haben wir ein großes Projekt mit zwei lokalen Projektpartnern. Da dreht es sich um das Thema Gewaltprävention und -intervention. Das heißt, man möchte der Gewalt gegen Frauen und Mädchen in diesem Fall zuvorkommen. Aber auch betroffene Frauen und Mädchen unterstützen.

Es gibt also ein Problem dort in Guatemala, da richtet sich die Gewalt insbesondere gegen junge Mädchen, junge Frauen. Können sie das mal beschreiben was das Problem dort ist?

Ja erstmal ist Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein weltweites Problem. Man sagt jede dritte Frau erfährt einmal in ihrem Leben Gewalt. Die sieht man ja zum Beispiel auch in Deutschland mit der #metoo-Debatte. In Guatemala allerdings sind es andere Formen von Gewalt. Man unterscheidet zwischen psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt oder auch verbaler Gewalt. In Guatemala sind vor allen Dingen physische Gewalt und sexualisierte Gewalt gegen junge Frauen und Mädchen ein Problem. Insbesondere gegen zehn bis 14-jährige Mädchen. Dies hat damit zu tun, dass gesellschaftliche Normen so sind, dass sie Gewalt begünstigen in denen in den Gesellschaften. Dann gibt es auch keine Hilfsmechanismen vom Staat. Der Weg zur Anzeige ist auch sehr schwierig, bürokratisch und für viele Frauen und Mädchen nicht möglich. Abgesehen davon, dass das Thema noch stark tabuisiert ist.

Wie sieht denn dieses Präventionsprogramm aus?

Also ein ganz großer Teil ist eine Präventionskampagne. Das kann man sich so vorstellen, dass Informationsmaterialien verteilt werden. Es gibt öffentliche Events, Diskussionen, Podiumsdiskussionen aber genauso kleine Workshops und Fortbildung für zum Beispiel Vertreter von staatlichen Behörden, aus dem Justizbereich, aus dem Gesundheitsbereich aber genauso auch für normale guatemalische Bürger und Bürgerinnen.

Jetzt ist action medeor ein Partner von mehreren. Wer sind die Partner vor Ort und wer finanziert das Ganze? Das Projekt läuft glaube ich bis 2020.

Die Partner vor Ort sind zwei sehr erfahrene lokale Organisationen. Einmal Asociación Pies de Occidente und Asociación Generando Equidad, Liderazgo y Oportunidades. Das sind beides Organisationen, die im Gesundheitsbereich und speziell im Gewaltpräventionsbereich Erfahrungen haben. Mit diesen Organisationen arbeitet action medeor schon seit vielen Jahren zusammen. Diese Organisationen führen dann auch die Projektaktivitäten vor Ort durch. Finanziert wird das Projekt zu einem Großteil aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, des BMZ, und aus Eigenmitteln von action medeor.

Bis nächstes Mal. Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit bis dahin und bitte denken Sie an uns. Alle Informationen über Spendenmöglichkeiten finden Sie auf unserer Webseite www.medeor.de. Herzliche Grüße vom Niederrhein und Dank!.

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