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Mitschnitt Medizinprodukte unter der Lupe - action medeor unterwegs in China

Dr. Bernd Diener und Geofrey Temihango im Labor von action medeor.

Dr. Bernd Diener und Geofrey Temihango im Labor von action medeor. © action medeor

Im action medeor Podcast berichtet Mitarbeiter Dr. Bernd Diener über die Suche nach Medizinprodukten für unsere Partner in Afrika.

action medeor - das ist mehr als "nur" Medikamente: Diagnosegeräte, Instrumente und medizinische Verbrauchsmaterialien komplettieren das umfangreiche Sortiment, mit dem Gesundheitseinrichungen in aller Welt versorgt werden können. Gemeinsam reisten unsere Kollegen Dr. Bernd Diener und Geofrey Temihango, Techniker bei action medeor Tansania, jetzt zu Herstellern von Medizintechnik nach China. Über Zweck und Ergebnisse dieser Reise berichtet Dr. Diener in unserem Podcast!

Der Podcast zum Nachlesen

Herzlich Willkommen zum Podcast von action medeor! Schön, dass Sie wieder dabei sind – und wenn Sie uns das erste Mal hören bleiben Sie uns bitte treu!

Der Sitz von action medeor, Europas größtem Medikamentenhilfswerk, ist bekanntlich Tönisvorst am beschaulichen Niederrhein, so grob gesagt zwischen Krefeld und Mönchengladbach. Von hier aus geht es heute und in diesem Podcast nach Asien, genauer gesagt nach China. Zwei von uns waren jetzt dort zu Besuch und haben gefunden, wonach sie gesucht haben. Mehr dazu gleich. Mein Name ist Kaspar Müller-Bringmann.

Bei mir ist Dr. Bernd Diener. Sie sind ehrenamtlich für action medeor tätig und zwar zwei Tage in der Woche. Ehrenamtlich deswegen, weil Sie in Pension sind. Sie sind promovierter Biologe, waren in der Industrie tätig bei Evonik in führenden Positionen – wie kommt es, dass Sie jetzt für action medeor arbeiten?

Ja hallo! Ich muss gleich korrigieren: ich bin im sogenannten Vorruhestand. Die Arbeit bei Evonik ist vorbei für mich und ich habe dann natürlich überlegt, was willst du noch machen. Also einfach nur aufs Sofa setzen, das war mir etwas zu wenig und wie kann ich das Wissen, das ich habe – unter anderem das biologische Wissen, aber auch aus dem Managementbereich – wie kann ich dieses Wissen gut unterbringen und anderen Menschen helfen? Und da ist action medeor eine ideale Adresse.

Also liebe Hörer, er ist im Vor-Unruhezustand muss man sagen. Sie waren, Herr Dr. Diener, mit einem Kollegen aus Tansania in China unterwegs, nämlich mit Jeofrey Temihango. Was haben Sie dort gemacht?

Ja, wir waren für zehn Tage in China unterwegs und haben Firmen besucht, um deren Produkte, aber auch die Qualität der Unternehmen genau unter die Lupe zu nehmen.

Was ist der Hintergrund, warum haben Sie diese Unternehmen besucht?

action medeor ist ja ein Medikamentenhilfswerk, wie Sie eingangs bereits gesagt haben, aber das ist nicht die gesamte Wahrheit. action medeor macht noch viel mehr, nämlich nicht nur Medikamente, sondern unter anderem auch Medizinprodukte. Zu Medizinprodukten gehören Instrumente, es gehören Diagnosegeräte dazu – und genau das war jetzt der Grund, warum wir nach China gefahren sind, nämlichum Medizinprodukte beziehungsweise Diagnosegeräte-Hersteller zu besuchen und auch mal etwas genauer auf die Finger zu schauen.

Sie haben sich sicherlich Gedanken darüber gemacht, was man in Tansania braucht, welche Geräte noch benötigt werden. Wie haben Sie das herausgefunden?

Ja genau, das war natürlich der erste Schritt, den wir gehen mussten. Es gibt ein Projekt hierzu: Diagnosegeräte werden gebraucht, aber welche Diagnosegeräte werden gebraucht? Wir haben uns als Modelländer Tansania und Malawi herausgesucht und bei der Reise nach Tansania im Februar diesen Jahres haben wir unterschiedliche Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäuser besucht und deren Laboratorien angeschaut und dann natürlich gefragt: was braucht ihr, was ist essentiell? Dann auch die Frage, welche Geräte funktionieren und wie sieht es mit dem Service aus, braucht ihr Wartung, wie sieht es mit den Reagenzien aus? Das waren die Informationen, die wir zusammengeführt und dann intern entschieden haben, uns auf Geräte für die Analyse des Blutbildes zu fokussieren. Es werden Geräte für die Erstellung des Blutbildes und für das klinische Blutbild benötigt und das sind die Geräte, nach denen wir momentan Ausschau halten.

Wozu benötigt man diese Geräte so dringend in Tansania und Malawi?

Also nicht nur in Tansania und Malawi, sondern weltweit sind Laboranalysegeräte vorhanden und werden absolut gebraucht. Bevor ein Arzt eine Behandlung anfängt, muss der Arzt erstmal eine richtige Diagnose stellen – und das ist bei inneren Krankheiten und bei Infektionskrankheiten nicht ganz einfach – und deshalb werden Analysegeräte wie zum Beispiel zur Erstellung des Blutbildes benötigt. Das heißt Anzahl der Blutkörperchen, Verteilung der Blutkörperchen, aber auch biochemische Parameter wie zum Beispiel Leberwerte oder Entzündungswerte richtig ableiten zu können, um daraus eine Diagnose zu erstellen. Es ist also eine absolute Voraussetzung, um überhaupt eine gescheite Behandlung durchführen zu können. Und das passt auch in die Strategie der Weltgesundheitsorganisation, die hat dieses Jahr eine neue Liste heraus gebracht mit verschiedenen Diagnosegeräten, das heißt wir sind auf dem richtigen Weg.

Wie sind Sie dann weiter vorgegangen, Sie haben wahrscheinlich im Internet gesucht und sind dann in China fündig geworden?

Also wir haben nicht nur im Internet gesucht, sondern wir haben auch andere Hersteller besucht, wir waren auf der Medica, der weltweit führenden Messe für Medizinprodukte, und haben uns mit einer Checkliste alles einmal angeschaut. Auf dieser Checkliste stand dann auch, dass es robuste Geräte sein müssen, uns beziehungsweise demjenigen, der es später anwendet, nützt es nichts, ein sehr sophisticated, also ein Gerät mit viel Elektronik zu haben, sondern es muss ein Gerät sein, das leicht zu bedienen ist und was Umweltbedingungen wie hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und Staub abkann. Das waren einige dieser Kriterien, aber wir wollten natürlich auch mehr über den Hersteller wissen: was muss preisgünstig sein, wird mit Qualität hergestellt und werden auch die Arbeitsanforderungen, die wir als action medeor stellen, erfüllt – zum Beispiel, dass es keine Kinderarbeit gibt?

In China sind Sie jetzt fündig geworden – wo waren Sie?

Ja, wir haben einen Hersteller ausfindig gemacht, mit dem wir auch schon vorher gute Erfahrungen gemacht haben, die Geräte auch schon getestet haben für die Analyse. Das war in Nachang, das liegt ungefähr 800 Kilometer von Shanghai entfernt, eine fünf Millionen Stadt, schlichtweg beeindruckend. Dort haben wir den Hersteller besucht und die Möglichkeit gehabt, in alle Bereiche hinein zu schauen und uns ein wirklich gutes Bild vor Ort zu machen. Aber ein wesentlicher Teil, warum auch mein Kollege Jeofrey Temihango mit dabei war, war, dass wir ein Training erhalten haben: wie weise ich jemanden in die Geräte ein, wie werden Wartungen durchgeführt, selbstverständlich auch wenn ein Gerät mal defekt ist, wie werden Reparaturen durchgeführt. Grundvoraussetzungen, die wir brauchen, wenn wir einen guten Service in Tansania und Malawi anbieten wollen.

Wie war denn Ihr Eindruck von den Partnern in China – ist das professionell, ausreichend oder ich würde mal sagen einfach preiswert?

Also man reist mit gemischten Gefühlen an und denkt sich ‚was erwartet mich‘ – sind es die Hochglanzbroschüren, die wir vom Hersteller kennen oder kommt man eher in eine Garagenfirma? Aber ich muss sagen, wir waren bei Dynamic, wo unsere mobile Dentaleinheit hergestellt wird und ich war überwältigt von dem Standard, der dort geboten wurde – sowohl was das Personal betrifft als auch was Qualität und Sauberkeit angeht, ausreichende Räumlichkeiten, gute Produktionsgegebenheiten. Da kann man nur sagen: Hut ab!

Also Sie haben jetzt zwei Geräte ausgesucht, wie geht es jetzt weiter?

In den Gesprächen mit den beiden Firmen war natürlich auch die Registrierung der Geräte in Tansania ein Thema. Tansania hat ein neues Gesetz herausgebracht, das sehr hohe Bedingungen an die Einfuhr von medizinischen Geräten stellt und dafür brauchen wir wichtige und auch sehr ausführliche Informationen vom Hersteller. Wir mussten natürlich mit dem Hersteller auch vereinbaren, dass wir die Geräte geliefert bekommen und es gibt eine sehr große Bereitschaft uns hier zu unterstützen.

Wann glauben Sie werden diese Geräte nach Tansania geliefert und sind dann einsatzbereit?

Also das erste Gerät soll Ende September / Anfang Oktober per Container nach Malawi gehen oder die ersten zwei Geräte. Von der mobilen Dentaleinheit haben wir schon einige nach Tansania verschifft und wir schauen jetzt, dass wir das Ganze so auf die Beine stellen, dass wir wirklich die Bedürfnisse, die in den Ländern wie Tansania oder Malawi bestehen, aber natürlich auch in anderen Ländern, befriedigen können und damit das Gesundheitssystem deutlich unterstützen können.

Wer eine Reise tut hat immer etwas zu erzählen! Dr. Bernd Diener hatte das – er war in China. Das war unser Podcast für diesen Monat, bleiben Sie uns bitte gewogen! Denken Sie daran: wir sind auf Ihre Spenden angewiesen! Alle Informationen finden Sie unter www.medeor.de – bis zum nächsten Mal und Tschüss!

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