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Mitschnitt Podcast: Nothilfe für den Südsudan

Die Mitarbeiter von action medeor setzen sich auch vorort im Südsudan ein.

Die Mitarbeiter von action medeor setzen sich auch vorort im Südsudan ein. © action medeor

 

Was machen eigentlich die Mitarbeiter im Partner Development von action medeor und wie wird die Nothilfe für den Südsudan abgewickelt?

Die Antwort auf diese Fragen und aktuelle Informationen über die Arbeit von action medeor gibt es in der November-Ausgabe des action medeor Podcasts.

Stefan Marx arbeitet seit 2015 bei action medeor und betreut hauptsächlich Partner und Gesundheitseinrichtungen im frankofonen Afrika. Kürzlich reiste er in den Südsudan, um die Abwicklung einer großen Hilfslieferung für die Menschen in diesem krisengeplagten Land zu organisieren.

Der Podcast zum Nachlesen

Willkommen zum Podcast von action medeor.
Heute gehen wir der Frage nach, was ist eigentlich ein Developer? Sprechen mit einem sogenannten Developer und beschäftigen uns auch mit der Lage im Südsudan. Und die Kurznachrichten dürfen nicht fehlen.

Was ist ein Developer? To develop, Englisch für entwickeln, also ein
Entwicklungshelfer? Bernd Pastors, Sprecher des Vorstandes von action
Medeor, weiß es genau.

action medeor vorstand pastorsEin Developer ist ein Mitarbeiter bei der action medeor der unsere Partner vor Ort direkt begleitet. Er begleitet oft Hilfssendungen in logistisch schwierig zu erreichenden Regionen wie zum Beispiel dem Südsudan oder auch im Nordirak und er kennt unser Partner, er
begleitet unsere Partner. Er erarbeitet mit ihnen gemeinsam das aus, was sie vor Ort auch wirklich brauchen und er begibt sich auf die Suche nach einem Finanzier für diese Hilfe. Er kennt ein Netzwerk von vielen großen Hilfsorganisationen die bereit sind, diese Hilfe entsprechend zu finanzieren

Wie setzt action medeor die Developer ein?

Wir haben zurzeit drei Developer, zwei Kollegen und eine Kollegin, die sowohl in Westafrika als auch in Ostafrika und besonders auch im Nordirak im Einsatz sind. Dort ist es oft schwierig eben die entsprechenden Wege herauszufinden, mit den lokalen Behörden zu verhandeln wie die Hilfsgüter über den Zoll gehen und deswegen ist es wichtig, dass unsere
Developer vor Ort mit den Partnern sind und dort vor Ort mithelfen, die
Hilfsgüter in die betroffenen Regionen hinein zu bekommen.

Welche Erfahrungen hat medeor bislang gemacht?

Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Mitarbeiter sind gut ausgebildet. Sie arbeiten seit vielen Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit. Sie kennen die Regionen in die sie reisen und sie kennen die Kultur der Menschen dort vor Ort. Sie sind gleichwertige Partner und unsere Partner im Feld sind froh über diese Begleitung. Sie sind oft eine Art Pfadfinder, die gemeinsam eben mit unseren Partnern neue Wege suchen und dann letztendlich auch finden. Genauso wichtig ist ihre Arbeit bei der Suche nach Finanzquellen um diese Hilfe mit zu finanzieren. Da sie vor Ort selber sind können sie
sehr authentisch berichten und können dokumentieren wie die Hilfe vor Ort auch tatsächlich ankommt.

Stefan Marx ist ein solcher Developer. Seit 2015 arbeitet der ehemalige
Entwicklungshelfer im frankophonen Afrika für action medeor. Erst kürzlich organisierte er vor Ort, im Südsudan, die Hilfslieferungen von lebensrettenden Medikamenten an elf verschiedene Krankenhäuser und Gesundheitsstationen. Die Geschichte des Südsudan ist seit 60 Jahren von Konflikten und Gewalt geprägt. 2011 wurde der Südsudan vom Sudan unabhängig und die Menschen hofften auf eine friedlichere Zukunft.
Doch daraus wurde nichts. Zwei große Bevölkerungsgruppen stehen sich seit 2013 wieder in einem Bürgerkrieg gegenüber. Präsident Salva Kiir, ein Angehöriger der Volksgruppe der Dinka, hatte seinen Vizepräsidenten Riek Machar, ein Nuer, abgesetzt.

Wie ist derzeit die Lage und Situation im Südsudan, Stefan Marx?

action medeor staff mitarbeiter marxDie Lage hat sich enorm verschlechtert seit der Unabhängigkeit 2011 wo die Leute so große Hoffnungen hatten, dass vieles sich verbessert. Aber seit 2013 kämpfen Regierung und Opposition um die Macht. Zwei Machthaber die die Macht nicht teilen wollen haben dazu geführt, dass über drei
Millionen Menschen auf der Flucht sind. Über eine Million davon im Norden
Ugandas. Die Versorgungslage hat sich dramatisch verschlechtert, die Hilfswerke können kaum noch die Leute ernähren. Dazu kommen dann andere Probleme mit Medikamentenversorgung.

Viele humanitäre Helfer mussten das Land vorübergehend verlassen. Haben Sie keine Angst, in den Südsudan zu reisen?

Ja ich bin mit Leuten in Kontakt die auch selber diese zwei Monate
evakuiert waren nachdem die Deutsche Botschaft für zwei Monate geschlossen wurde in Juba. Ich selbst bin seit 2001 im Südsudan unterwegs und habe natürlich auch schon prekäre Situationen überstanden. Mal wurde ich eine halbe Stunde festgehalten mit einem falschen Stempel im Pass und musste mich erklären. Dann habe ich in den Nuba Mountains Bombardierungen auch selbst erlebt. Insofern, wenn man gut vernetzt ist und in ständigem Kontakt mit Leuten ist, dann kommt man eigentlich schon doch noch einigermaßen sicher im Südsudan über die Runden.

Nach welchen Kriterien werden die Krankenhäuser und Gesundheitsstationen ausgewählt?

Unser Fokus war auf unterernährten Kinder, also der therapeutischen Zusatznahrung und Malariamedikamente. Denn im Vorjahr waren im Südsudan an einem bestimmten Zeitpunkt in der Regenzeit keine Malariamedikamente mehr im Vorrat.

Worunter leiden die Menschen am meisten?

Malaria in der Regenzeit ist ein Hauptproblem. Dann bei Kindern Bronchitis und natürlich viele Leute, die als Flüchtlinge ihr Dasein fristen, sind anderen Unwillen ausgesetzt und haben dann Infektionskrankheiten, Hautkrankheiten. Die Liste es relativ lange.

Wie wird sich die Lage im Südsudan entwickeln? Was müssen wir befürchten?

Ich bin kein Experte, aber ich glaube selbst Experten könnten diese Frage
nicht beantworten. Aber eine Grundvoraussetzung erst einmal ist eine
politische Lösung. Eine Aussöhnung zwischen Regierung und Opposition. Danach könnte sich wohl auch die Sicherheitslage insofern wieder verbessern, dass erstmal die Flüchtlinge wieder in ihre Heimatorte zurückkehren könnten. Das setzt natürlich auch voraus, dass sich die
Versorgungslage verbessert. Eine Aussöhnung der Stämme untereinander ist natürlich dann auch, denke ich, erst mal von Nöten, um ein friedliches Miteinander in diesem geschundenen Land hinzubekommen.

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Was kann ich mit meiner Spende vor Ort konkret erreichen?

Ja ganz einfach: Mit einem Euro kann man ein Kind mit Malaria behandeln. 50 Euro helfen bei der Wasseraufbereitung, man kann 10.000 Liter Wasser entkeimen mit Tabletten und für 62 Euro kann man ein schwer unterernährtes Kind behandeln.

Wenn auch Sie helfen wollen ganz einfach: Schauen Sie einfach auf unserer Homepage medeor.de vorbei. Dort finden Sie alle Informationen. Auch wie Sie spenden und damit helfen können.

Die Kurznachrichten

Über 600.000 Rohingya sind nach Bangladesch geflohen und brauchen dringend Hilfe. action medeor startet eine Gesundheitsstation in einem
Flüchtlingslager in Shamlapur, einem Küstenort nahe der Grenze zu Myanmar mit Medikamenten aus. Für viele flehende Rohingya ist Schamlapur der erste Ankunftsort in Bangladesch. Eine weitere Medikamentendendung wird in den nächsten Tagen auf den Weg gebracht. Da die hygienischen Bedingungen in vielen Camps miserabel sind wird befürchtet, dass bald die ersten Cholerafälle auftreten.

action medeor bringt wieder einen neuen Grußkartenkatalog heraus.
Mit der Hälfte des Erlöses aus dem Kartenverkauf werden Gesundheitsprojekte in den ärmsten Regionen der Welt unterstützt. Außerdem ist der neue action medeor Wandkalender 2018 erhältlich. Er
kostet 14,50€, der Spendenanteil beträgt fünf Euro. Die Motive geben den unterschiedlichen Projekten ein Gesicht. Der Grußkartenkatalog und der Wandkalender können unter www.medeor.de bestellt werden.

Das war unser Podcast im November. Vielen Dank für ihr Interesse und wir hören uns wieder.
Sie sind doch wieder dabei oder?

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