Aktuelle Seite:

Kurzmeldungen Tag der vernachlässigten Tropenkrankheiten: die Flussblindheit

Viele der vernachlässigten Tropenkrankheiten - so auch die Flussblindheit - werden durch den Stich von Insekten übertragen.

Viele der vernachlässigten Tropenkrankheiten - so auch die Flussblindheit - werden durch den Stich von Insekten übertragen.

Die sogenannten "vernachlässigten Tropenkrankheiten" treten meistens in Ländern Afrikas beziehungsweise des globalen Südens auf und sind meist armutsassoziierte Erkrankungen. Viele dieser Krankheiten werden durch Bakterien oder Parasiten – wie zum Beispiel Würmer – hervorgerufen.

Die Flussblindheit wird zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten gezählt und ist eine der Erkrankungen, die durch Wurminfektionen übertragen werden. Ähnlich wie bei der Malaria, verbringt der Parasit verschiedene Stadien seines Lebens in unterschiedlichen Organismen. So werden Larven, die sich im Speichel der Kriebelmücke befinden, in das Unterhautgewebe des Menschen übertragen, der von einer solchen Mücke gestochen wird. Unter der menschlichen Haut wachsen die Wurmlarven dann heran. Nach Monaten bis Jahren sondern die erwachsenen Würmer männliche und weibliche Vorstufen der Larven ab – sogenannte Mikrofilarien. Mit einem erneuten Einstich der Mücke werden diese dann wieder in ihren Organismus aufgenommen, sie vereinen sich und werden zu Larven. Der Zyklus beginnt von vorne.

Die Flussblindheit erhält ihren Namen durch die Folgen, die durch den Wurmbefall des menschlichen Körpers entstehen können. Durch die Mikrofilarien in der Haut kommt es zu Veränderungen im Gewebe - wie zum Beispiel Juckreiz oder Pigmentveränderungen. Viel schwerwiegendere Folgen hat es jedoch, wenn es zum Befall der Hornhaut kommt. Durch Umsiedelung der Mikrofilarien reichern sich diese im Auge an und führen dort im schlimmsten Fall zur Erblindung des Erkrankten.

Ivermectin – welches unter Verschwörungstheoretikern eine Zeit lang auch als Corona-Medikament gehandelt wurde – ist ein Medikament, was die Erkrankung an Flussblindheit behandeln kann. Jedoch tötet es nur die Mikrofilarien ab, die erwachsenen Würmer verbleiben 10-15 Jahre im Unterhautgewebe. Deswegen muss die Behandlung eines Erkrankten auch über diesen langen Zeitraum erfolgen - was einen langfristigen Zugang zu Gesundheitsversorgung erforderlich macht.

Dort, wo vernachlässigte Tropenkrankheiten wie die Flussblindheit auftreten, fehlt es oft an den geringsten Standards für eine Gesundheitsversorgung. Sauberes Trinkwasser, Zugang zu Medikamenten oder ausreichender Ernährung sind keine Selbstverständlichkeit. Deswegen wird das Auftreten vernachlässigter Tropenkrankheiten auch oft als Indikator für vernachlässigte Populationen gesehen. 



Hilfe lohnt sich!

„Seit 2003 sind wir schon ein Team, action medeor & ich, und ich bin so froh, dass ich regelmäßig auf Projektreisen mitgenommen werde. Vor Ort erlebe ich, dass sich Hilfe lohnt.“

Anke Engelke, action medeor-Botschafterin


Kennen Sie unseren Newsletter?

Wir halten Sie auf dem Laufenden: In unserem Newsletter erzählen wir Ihnen Erfolgsgeschichten aus unserer Arbeit und informieren Sie über aktuelle Nothilfe und Projekte.