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Hingeschaut – action medeor Blog Portrait: Hannah Yambasu

Bevor Hannah Yambasu ihre eigene Organisation gründete, war sie für Ärzte ohne Grenzen und Oxfam aktiv.

Bevor Hannah Yambasu ihre eigene Organisation gründete, war sie für Ärzte ohne Grenzen und Oxfam aktiv. © WAVES

Hannah Yambasu setzt sich gemeinsam mit action medeor gegen die Genitalbeschneidung von Frauen und Mädchen in Sierra Leone ein.

Als Gründerin und Direktorin von WAVES liegt Hannah Yambasu das Wohl von Mädchen und Frauen in Sierra Leone sehr am Herzen. Im Interview hat sie uns erzählt, was sie dazu gebracht hat, ihre eigene Organisation zu gründen und warum der Einsatz für Frauen und Mädchen so wichtig ist.

Was hat Sie dazu gebracht, sich gegen die Beschneidung von Frauen einzusetzen?

Als ich selbst beschnitten wurde, war ich 10 Jahre alt. Dabei wäre ich fast gestorben. Im Nachhinein wurden mir viele Geschichten darüber erzählt, was mit mir passiert ist und warum der Eingriff vorgenommen werden musste. Als ich älter wurde, habe ich angefangen, das zu hinterfragen, und realisiert, dass das alles gelogen war. Es gibt keinen Grund, warum eine Frau solche Schmerzen ertragen muss. Damals habe ich beschlossen, dass ich andere Frauen und Mädchen vor dem bewahren will, was mir passiert ist. Keine Frau sollte so leiden müssen.

Was sind die größten Herausforderungen?

Das Schwierigste ist, das Tabu zu brechen. Es liegt nicht in der Kultur der Menschen in Sierra Leone, Dinge zu hinterfragen und über Sexualität redet man sowieso nicht. Die Beschneidungspraxis ist bei vielen so tief verankert, dass sie nicht infrage gestellt wird. Sobald wir einen Denkprozess anstoßen können, sind wir auf einem guten Weg.

Was ist Ihr größter Erfolg im Kampf gegen Beschneidung?

Unser größter Erfolg ist, dass wir das große Ganze verändern konnten: Wir haben endlich die Möglichkeit, offen über Beschneidung zu reden – nicht immer und überall, aber wir haben es geschafft, dem Thema eine Plattform zu geben. Früher wurde man festgenommen, sobald man über Beschneidung geredet hat. Jetzt wissen viel mehr Mädchen und Jungen über das Thema Bescheid. Auch einige Mitglieder des Parlaments und andere einflussreiche Leute sind auf unserer Seite.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich habe einen sehr großen Wunsch: Jede Frau in Sierra Leone soll ein Leben frei von Gewalt führen können. Dazu gehört natürlich auch, dass kein Mädchen mehr beschnitten wird. Das ist meine Vision und dafür kämpfe ich.

Weibliche Genitalbeschneidung

Die weibliche Genitalbeschneidung ist ein in vielen Kulturen tief verankertes Ritual, das den Übergang ins Erwachsenenleben kennzeichnen soll. Dabei werden Teile der äußeren und manchmal auch inneren Genitalien der Mädchen entfernt oder verletzt. Für die Mädchen und Frauen bedeutet das oft Jahre voller Schmerzen – beim Toilettengang, beim Sex oder bei der Entbindung.

Oftmals wird auch von Genitalverstümmelung gesprochen, um zu betonen, dass es sich um eine menschenrechtsverletztende Praxis handelt. Aus Rücksicht auf die Betroffenen wird häufig aber nur der Begriff „Beschneidung“ verwendet.

Erhalten Sie jetzt mehr Informationen zum Thema Genitalbeschneidung.

So können Sie helfen:

Mit 27 Euro finanzieren Sie z.B. einem Mädchen die Teilnahme an einem Workshop-Tag zum Thema Menschenrechte.
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Mit 70 Euro kann z.B. eine aufklärende Radiosendung durchgeführt werden.
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Beseitigung von Not und Leid

„Die Beseitigung oder Linderung von Not ist eine der wichtigsten Schlüsselfragen der Welt, die über Krieg oder Frieden entscheidet. Deshalb ist es so wichtig, sich für Menschen in benachteiligten Regionen einzusetzen.“

Rudolf Meyer, ehrenamtlich engagiert bei action medeor


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