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Hingeschaut – action medeor Blog Projektreise in den Kongo: Besuch des Flüchtlingslagers Lusenda

Im Flüchtlingslager Lusenda leben etwa 22.000 Menschen.

Im Flüchtlingslager Lusenda leben etwa 22.000 Menschen. © action medeor

Die Projektreise der action medeor-Mitarbeiter Sarah Buchstaller und Emmanuel Limi in den Kongo geht zu Ende. Als letzte Station der Reise besuchten die beiden das Gebiet Fizi, wo sich action medeor für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen aus Burundi engagiert. Von der aktuellen Situation der Menschen vor Ort erzählt Sarah in ihrem Reisebericht:

Meine Projektreise in die Demokratische Republik Kongo geht zu Ende und es gibt noch einiges zu erzählen. Mein letzter Blogeintrag endete in Uvira, einer kleinen Stadt im Osten der DR Kongo am Tanganjika-See – dort möchte ich nun auch wieder ansetzen.

Einen Tag nachdem wir zusammen mit unserem lokalen Partner AFPDE das von action medeor unterstützte Projekt zur Prävention und Behandlung von HIV/Aids und Malaria besucht haben, machten wir uns auf den Weg ins südlich von Uvira gelegene Gebiet Fizi. Dort werden seit Juni 2015 Nothilfemaßnahmen für burundische Flüchtlinge durchgeführt. Die Region der Großen Seen in Zentralafrika (DR Kongo, Ruanda, Burundi) ist seit über zwei Jahrzenten von Bürgerkrieg und komplexen gewaltsamen Konflikten geprägt.

Insbesondere in der Projektregion, an der Grenze zu Burundi, setzt sich die Bevölkerung aus intern Vertriebenen, Rückkehrern und Flüchtlingen aus den Nachbarländern zusammen. Nun hat die verfassungswidrige Wiederwahl des burundischen Präsidenten im Jahr 2015 zu einem andauernden gewalttätigen Konflikt und großen Fluchtbewegungen in die DR Kongo geführt. Da ein Zustrom an Flüchtlingen und Rückkehrern eine Belastung für die Bevölkerung im Aufnahmegebiet darstellt, fehlt es auch hier an ausreichenden Mitteln die Menschen angemessen zu versorgen.

action-medeor-reise-kongo-9-sDurch die Unterstützung des Auswärtigen Amtes versorgen action medeor und AFPDE nahe des Flüchtlingscamps des UNHCR gelegene Gesundheitszentren unter anderem durch die Bereitstellung von Medikamenten und medizinischem Equipment, durch Rehabilitierungsarbeiten an den Gebäuden und durch die Weiterbildung des Gesundheitspersonals. Es werden Hygienekits verteilt und Trinkwassersysteme ausgebessert. Ziel ist es die Basisgesundheitsversorgung sowie die Hygiene- und Trinkwasserbedingungen für 31.000 Menschen (burundische Flüchtlinge und Mitglieder der lokalen Bevölkerung) zu verbessern. Auch das freiwillige HIV/Aids Testen und Beraten zählt zu den derzeit durchgeführten Aktivitäten.

In Bitobolo trafen wir das Team von AFPDE - bestehend aus einer psychosozialen Assistentin, einem Labortechniker, Animateuren und freiwilligen Gesundheitspromotoren aus der lokalen Bevölkerung. Seit Mitte November 2016 haben sie schon über 750 Menschen in der Umgebung getestet. Wir waren auch im Flüchtlingscamp Lusenda um dort mögliche nächste Schritte (in- und außerhalb des Camps) mit dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR und mit den wenigen anderen dort aktiven Organisationen abzustimmen.

Zunächst nur für 12.000 Menschen ausgelegt, beherbergt das Camp derzeit etwa 22.000 Menschen, darunter ca. 80% Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die Zahl der Flüchtlinge steigt weiter, sodass das Camp derzeit erweitert wird, um etwa 5.000 weiteren Menschen Zuflucht geben zu können. Der Bedarf vor allem im Trinkwasser- Sanitär- und Gesundheitsbereich ist nach wie vor sehr groß.

action-medeor-reise-kongo-7-sWir beendeten unseren Tag mit dem Besuch des Gesundheitszentrums Lusenda. Es liegt gegenüber des Flüchtlingscamps, nur wenige hundert Meter entfernt. So werden hier nicht nur Patienten aus der lokalen Bevölkerung, sondern auch viele burundische Flüchtlinge versorgt. Man kann sich natürlich leicht ausmalen, dass die steigende Patientenzahl einen erheblichen Druck auf das Zentrum ausübt. Laut den zuständigen Gesundheitsbehörden werden hier durchschnittlich 3.000 Patienten pro Monat empfangen. Auch als wir dort waren - es war schon früher Abend - waren nahezu alle Betten belegt und viele Menschen warteten noch vor dem Gebäude auf ihre Behandlung. Seit Beginn der Flüchtlingskrise unterstützt action medeor das Gesundheitszentrum, und ein Ende der Nothilfemaßnahmen ist derzeit noch nicht absehbar.



Helfen ist selbstverständlich

„Würden meine Familie und ich von einer Naturkatastrophe getroffen werden, würde ich mir auch wünschen, dass es Menschen gibt, die uns helfen. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, Menschen, die in Not geraten sind, zu unterstützen.”

Heike Wennmacher, Spenderin


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