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Hingeschaut Ein Arzt für 750.000 Menschen in den Nuba-Bergen

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    Der Amerikaner Dr. Tom Catena arbeitet als Arzt in den Nubabergen im Sudan.
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    Die Region und selbst das Krankenhaus wurden bombardiert. Doch Dr. Catena bleibt, um den Menschen zu helfen.
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    Seit 2010 sendet action medeor Hilfslieferungen in die Nubaberge, um chirurgische Behandlungen zu ermöglichen.

Der Amerikaner Dr. Tom Catena arbeitet seit 2008 als Chirurg im Mother of Mercy Hospital und hilft den Betroffenen.

Seit dem Jahr 2011 ist der Südsudan, nach zwei langjährigen Bürgerkriegen, als eigenständiger Staat vom Sudan unabhängig. Doch die Streitigkeiten in der Grenzregion halten an. Darunter leidet vor allem die Zivilbevölkerung. Besonders betroffen sind die Menschen in den Nuba-Bergen, im Bundesstaat Dschanub Kurdufan.

Eine Region voller Leid

Geographisch liegen die Nuba-Berge im Süden des Sudan. Ethnisch und kulturell fühlen sich die Bewohner des Gebirges jedoch dem Südsudan zugehörig. Um Aufstände von Rebellen zu verhindern, schwächt die Regierung die Bevölkerung durch Bombardierungen, Bodenkämpfe und Hunger. Selbst die Zivilbevölkerung wird regelmäßig gezielt mit Bomben angegriffen. Unzählige Bewohner der Nuba-Berge sterben oder werden schwer verwundet. Zudem leidet der Großteil der Bevölkerung an Unterernährung und ihren Folgeschäden. Auch Journalisten und Hilfsorganisationen wird der Zugang zur Region erschwert, wodurch das Leiden der Menschen in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird und nur wenig für die Menschen getan werden kann.

Unzählige Opfer und kaum Hilfe

Für die etwa 750.000 Bewohner der Nuba-Berge gibt es nur ein Krankenhaus, das Mother of Mercy Hospital in Gidel. Es ist das einzige Krankenhaus im Umkreis von 150 Kilometern. Etwa 425 Betten stehen für stationäre Aufnahmen zur Verfügung, die meistens restlos belegt sind. Gleichzeitig wird eine ambulante Versorgung sichergestellt. Es arbeiten etwa 60 Schwestern, Pfleger, Hebammen und OP-Helfer in diesem Krankenhaus, die meistens keine Ausbildung absolviert haben und nur angelernt wurden. Außerdem gibt es nur einen Arzt, der sich um die unzähligen Patienten kümmert. Der Amerikaner Dr. Tom Catena arbeitet seit 2008 als Chirurg im Mother of Mercy Hospital und versucht die Not der Menschen in den Nuba-Bergen zu lindern. Tag und Nacht versorgt er die vielen Menschen mit Kriegsverletzungen und Unterernährung. Sein unermüdlicher Einsatz kennt dabei keine Grenzen. Selbst nachdem das Krankenhaus bombardiert wurde, reiste er nicht ab.

Trotz aller Widrigkeiten ist für Dr. Catena das Fehlen von Medikamenten das größte Problem. Bei einem Besuch in unserem Büro in Tönisvorst berichtete er uns: „Das Beste an meiner Arbeit ist, zu sehen, dass es einem Menschen wieder besser geht. Einen Patienten zu verlieren ist das Schlimmste, besonders, wenn es ein Kind ist. Doch die allergrößte Katastrophe ist, wenn Patienten nicht gesund werden können, weil uns Antibiotika, Schmerzmittel, Verbände und Mullwickel fehlen.“

Hilfsorganisationen haben kaum Zugang

Obwohl die Sudanesische Regierung die Arbeit von action medeor erheblich erschwert, konnten im Zeitraum von 2010 bis 2015 Hilfslieferungen im Wert von knapp 67.000 Euro an das Mother of Mercy Hospital in Gidel versendet werden. Trotz der enormen logistischen Herausforderungen werden wir auch zukünftig Hilfslieferungen auf den Weg bringen, denn eins hat uns Dr. Tom Catena bei seinem Besuch deutlich gemacht: „Was immer ihr uns schickt, wir können es gebrauchen!“

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von action medeor mit einer Online-Spende, damit auch vergessene Opfer Zugang zu Medikamenten haben.