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Hingeschaut Nepal: Medikamente werden verteilt

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    Der Distrikt Kavre wurde von dem Erdbeben am 25. April besonders schwer getroffen.
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    Ein Team von action medeor ist nach Nepal geflogen, um vor Ort eine Medikamentenverteilerstelle einzurichten. Auf diese Weise können auch abgelegene Gesundheitsstationen mit Medikamenten versorgt werden.
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    Dank der Unterstützung der Don Bosco Society Kathmandu ging die Einrichtung des Lagers schnell voran.
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    Einer der Ärzte, die action medeor mit Medikamenten versorgt hat, ist Dr. Uttshav Luintel (rechts). Er versorgt die Bevölkerung in den abgeschiedenen Bergdörfern.
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    Von der Medikamentenhilfe profitieren auch viele Kinder aus dem Distrikt Kavre,

Nach dem Erdbeben in Nepal hat action medeor vor Ort eine Medikamentenverteilerstelle eingerichtet, um auch abgelegene Gesundheitsstationen mit Medikamenten versorgen zu können.

Innerhalb weniger Sekunden brachen Häuser zusammen, Hänge rutschten ab und begruben Menschen unter Geröll und Trümmern: Das Erdbeben in Nepal am 25. April gilt als die schwerste Katastrophe in der Geschichte des Himalaya-Landes. Besonders verheerend ist die Lage in den kleinen Bergdörfern, wo die Erdbebenopfer tagelang von jeglicher Hilfe abgeschnitten waren.

„Ich war drei bis vier Stunden vom Epizentrum entfernt im Einsatz. Da haben wir viele, viele zerstörte Häuser gesehen. In den Bergen brauchen viele arme Leute medizinische Hilfe,“ berichtet Dr. Uttshav Luintel. Er ist einer der Ärzte, die den beschwerlichen Weg in die entlegenen Gebirgsregionen auf sich nehmen, um die Landbevölkerung zu versorgen. Immer mit dabei: Medikamente und medizinisches Equipment, die von action medeor zur Verfügung gestellt werden.

Um Gesundheitsstationen und mobile medizinische Teams wie das von Dr. Uttshav Luintel schnell und bedarfsgerecht beliefern zu können, hat action medeor direkt vor Ort eine Medikamentenverteilerstelle eingerichtet. Dort lagern u.a. Schmerzmittel, Antibiotika, Verbandsstoffe und chirurgisches Besteck. Bisher konnten zehn Gesundheitsposten und acht Ärzteteams versorgt werden. Die Medikamente – insgesamt fast 15 Tonnen! – wurden vom Auswärtigen Amt finanziert, die Räume hat die Don Bosco Society Kathmandu zur Verfügung gestellt. 

„Die bedarfsgerechte Verteilung der Medikamente ist eine echte Herausforderung“, berichtet action medeor-Projektreferentin Katharina Wilkin. Gemeinsam mit Apothekerin Shushan Tedla und dem ortskundigen Berater Claus Konschak ist sie seit dem 10. Mai in Nepal, um die Hilfe vor Ort zu koordinieren. „Ziel ist es, die Stationen entsprechend ihres Bedarfs zu unterstützen und nicht die falschen oder zu viele Medikamente zu bringen. Darum müssen wir vorab anfragen, was gebraucht wird, was bei den abgelegenen Stationen sehr schwierig und zeitaufwändig ist.“

Ein weiteres Problem: der Transport. Da die ohnehin oft schlechten Straßen infolge des Erdbebens häufig von Erdrutschen versperrt sind, dauert es lange, die entlegenen Gebirgsdörfer zu erreichen. Doch die Mühen lohnen sich: „Die Menschen sind sehr dankbar für die Medikamente. Ein Gesundheitshelfer sagte mir, dass wir in seinem Dorf die ersten seien, die Hilfe im Bereich Gesundheit leisten –  und das über drei Wochen nach dem Erdbeben!“, erzählt Wilkin.

Und auch Shushan Tedla ist froh, dass sie den Betroffenen den Neustart nach dem Erdbeben zumindest ein wenig erleichtern kann: „Am meisten beeindrucken uns die Menschen, die trotz ihrer persönlichen Tragödien weitermachen und mit dem Wiederaufbau ihrer Häuser beginnen oder ihre Zelte auf den Trümmern ihrer Häuser aufschlagen und versuchen, ihr Leben bestmöglich weiterzuführen, ohne sich zu beklagen.“