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Hingeschaut Bernd Pastors: Ebola-Hilfe von action medeor zeigt Wirkung

Margret Gieraths-Nimene mit Christoph Bonsmann und Bernd Pastors

Margret Gieraths-Nimene mit Christoph Bonsmann und Bernd Pastors

Anfang April brachen Bernd Pastors und Christoph Bonsmann von action medeor mit einer Delegation um Entwicklungsminister Müller und Gesundheitsminister Gröhe zu einer Afrikareise auf.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Deutschland die Gesundheitssysteme in armen Ländern stärken kann. Seine persönlichen Reiseeindrücke schildert Bernd Pastors im Interview. 

Herr Pastors, was war Ihre persönliche Erwartungshaltung vor der Reise?

Für mich war es wichtig, mir vor Ort einen Eindruck zu machen und unsere Partner kennenzulernen, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten. Es war wichtig, die Gerlib Clinic zu besuchen und  zu sehen wie die Mitarbeiter vor Ort arbeiten, wie das, was wir von medeor an Hilfe leisten, letztendlich wirkt und wie Ebola wirksam bekämpft werden kann.

Inwieweit haben Sie in Liberia gemerkt, dass Sie sich in einem Land befinden, das von der Ebola-Epidemie stark betroffen war?

Ebola ist im täglichen Miteinander immer sichtbar. Wenn man nach Liberia einreist, wird man mit Fiebermessen begrüßt und muss sich auch  mehrfach die Hände waschen, d.h. es gibt mittlerweile ein ganz anderes Bewusstsein für Hygiene. Auf der Straße wird man über Plakate darauf hingewiesen: „Stop Ebola – bekämpft Ebola“. Eine andere Besonderheit ist die No-Touch-Policy, d.h. man begrüßt sich nicht mit den Händen, sondern mit dem Ellenbogen.

Gab es eine Begebenheit, die Sie besonders beeindruckt hat?

Besonders beeindruckt hat mich die persönliche Begegnung mit den Menschen, die ihre Ebola-Erkrankung überlebt haben. Diese sind natürlich traumatisiert, und diesen Menschen Trost und Zuspruch zu geben und sie zu stärken war mir persönlich sehr wichtig. Denn obwohl sie nicht mehr ansteckend sind, hängt ein Stigma über diesen Menschen. Es gibt eine Ausgrenzung aus der Community und es wird lange dauern, bis sie wieder voll in ihre Gemeinschaft  integriert sind.

Welches Fazit ziehen Sie nach der Reise?

Es war wichtig zu sehen, dass das, was medeor an Hilfe geleistet hat, vor Ort in sinnvolle Hilfe umgesetzt worden ist und wir mit Margret Gieraths-Nimene und der Gerlib Clinic einen Partner vor Ort haben, der großartige Arbeit leistet. Für die Zukunft müssen wir uns noch besser aufstellen, um bei ähnlichen Epidemien schneller, effizienter und besser abgestimmte Hilfe zu leisten.

Foto: Christoph Bonsmann und Bernd Pastors von action medeor mit der Leiterin der Gerlib Clinic Margret Gieraths-Nimene im Lager von action medeor in Tönisvorst.