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Hingeschaut Ebola: Hilfsprogramm zur Stärkung der Gesundheitssysteme in Afrika

Besuch der Gerlib Clinic

Besuch der Gerlib Clinic

Anfang April brach Bernd Pastors, Vorstandssprecher von action medeor, mit einer Delegation um Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zu einer viertägigen Afrikareise auf. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Deutschland die Gesundheitssysteme in armen Ländern stärken kann, damit sie besser auf Epidemien vorbereitet sind.

„Der Ebola-Ausbruch in den am stärksten betroffenen Ländern Sierra Leone, Guinea und Liberia hat gezeigt, dass die Gesundheitssysteme zu schwach sind, um auf diese Krankheit angemessen zu reagieren und gleichzeitig die tägliche Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten“, erklärte Bernd Pastors den Hintergrund der Reise. Daher sei es wichtig, die Gesundheitssysteme zu stärken. „Konkret heißt das, mehr Gesundheitspersonal auszubilden, die Gesundheitsstationen besser auszustatten und ein Frühwarnsystem einzurichten“, so Pastors. 

200 Millionen Euro für Sonderhilfsprogramm

Deutschland hat den betroffenen Ländern Hilfe für den Wiederaufbau und die Verbesserung der Gesundheitsversorgung zugesagt. Dafür stellt die Bundesregierung im Rahmen eines Hilfsprogramms 200 Millionen Euro zur Verfügung. „Das hilft nicht nur den Menschen in den betroffenen Staaten, sondern ist auch der beste Schutz vor grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren", betonte Gesundheitsminister Hermann Gröhe. 

Minister dankten action medeor für Ebola-Hilfe

Erste Station der Reise war Accra, die Hauptstadt Ghanas, wo sich die Delegation mit Regierungsmitgliedern und Staatspräsident John Dramani Mahama traf. Ghana diente als Knotenpunkt, von dem aus die Ebola-Gebiete mit Hilfsgütern versorgt wurden. Anschließend ging es weiter nach Liberia, das von der Ebola-Epidemie besonders schwer betroffen war. In der liberianischen Hauptstadt Monrovia stand auch der Besuch der Gerlib Clinic auf der Agenda, die seit über zehn Jahren von action medeor unterstützt wird. Dort wurde mit Hilfe von action medeor eine Isolierstation mit 44 Betten aufgebaut. Die Minister Gröhe und Müller zeigten sich beeindruckt und bedankten sich bei Christoph Bonsmann und Bernd Pastors für die Arbeit von action medeor im Rahmen der Ebola-Nothilfe. Die Minister haben dem Hilfswerk weitere Unterstützung zugesagt.

Hintergrund: action medeor im Einsatz gegen Ebola

action medeor hat bereits seit Anfang Juli 2014 Gesundheitsstationen und Krankenhäuser mit Schutzkleidung und Medikamenten in Liberia, Sierra Leone, Guinea, Kamerun, Burkina Faso, Nigeria, Gambia und Togo unterstützt. „Unsere Hilfslieferungen hatten insgesamt einen Warenwert von 3,7 Millionen Euro und ein Gesamtgewicht von über 130 Tonnen. „Wir haben gerade in der vergangenen Woche 300 Ebola-Präventionskits an Gesundheitsstationen und Krankenhäuser in Liberia und Sierra Leone versendet“, so Pastors. „Außerdem unterstützen  wir verschiedene Gesundheitsstationen bei der Aufklärung der Bevölkerung über Ebola und bei der Verteilung von Desinfektionslösungen.“

Foto: Entwicklungsminister Müller und  Gesundheitsminister Gröhe sowie Bernd Pastors und Christoph Bonsmann von action medeor treffen die Leiterin der Gerlib Clinic Margret Gieraths-Nimene.