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Freunde besuchen Reisebericht: Unterwegs in Simbabwe

Eine umfassende Betreuung steht bei den Partnern im Vordergrund: Verteilung von Nahrungsmittelergänzung an HIV-Patientinnen.

Eine umfassende Betreuung steht bei den Partnern im Vordergrund: Verteilung von Nahrungsmittelergänzung an HIV-Patientinnen. © action medeor

Das “Partner Development” bei action medeor hat das Ziel, einen direkten Kontakt zu den Empfängern der action medeor Medikamente zu pflegen. Durch Besuche der Gesundheitseinrichtungen können die Sorgen, Nöte, Bedarfe und der konkrete Nutzen der Produkte direkt vor Ort besprochen werden. Seit 2017 arbeitet Mareike Illing im Partner Development von action medeor und betreut Partner in verschiedenen Ländern des frankophonen und südlichen Afrikas. In ihrem Reisebericht schildert sie Erlebnisse ihrer ersten Reise nach Simbabwe:

Unsere Partner, das sind Gesundheitseinrichtungen mit verschiedenen Ausrichtungen: manche sind Health Posts, die eine basismedizinische Versorgung für die Bevölkerung gewährleisten. Manche fokussieren sich auf die Gesundheit von Mutter und Kind, andere auf die Behandlung von Lepra oder HIV. Oft handelt es sich hier in Simbabwe um Missionshospitäler oder die etablierten Einrichtungen renommierter europäischer Stiftungen in der HIV-/AIDS-Therapie. action medeor unterstützt die Einrichtungen durch die Bereitstellung von Medikamenten zum Selbstkostenpreis oder als Spende.

Dies ist meine erste Partner Development-Reise nach Simbabwe, beziehungsweise die erste überhaupt in das Land inmitten des südlichen Afrikas. Primär geht es darum, die langjährigen Partner kennenzulernen und ihre Bedarfe abzugleichen. Auch tauschen wir uns über die Herausforderungen aus, die in der Medikamentenversorgung bestehen.

HIV-Therapie – mehr als die Gabe von Medikamenten

Gelandet in Harare fahre ich am Anreisetag direkt in eine sehr renommierte HIV-/AIDS-Klinik, zu der seit vielen Jahren eine mal mehr, mal weniger intensive Partnerschaft im Bereich der Medikamentenhilfe besteht. Die Unterhaltung mit dem Pharmazeuten, den medizinischen und administrativen Leitern der Einrichtung ist sehr interessant. Einmal mehr wird deutlich, wie wichtig es ist, dass action medeor eine zuverlässige, qualitativ hochwertige Quelle für unsere Partner weltweit bleibt.

An meinem zweiten Tag in Simbabwe erhalte ich dann die Möglichkeit, die Einrichtung zu besichtigen. Die Arbeit der lokalen medizinischen Kräfte und ihrer schweizerischen Unterstützer ist zutiefst beeindruckend. Neben einer hervorragenden Versorgung wird deutlich, dass die Patienten über sehr lange Zeiträume individuell und persönlich betreut und behandelt werden. Ich selbst habe die Möglichkeit, einige Patienten mit ihrem verantwortlichen Pflegepersonal interagieren zu sehen. Der Umgang ist vertraut und herzlich. Dies ist so wichtig für die immer noch sehr stigmatisierten HIV-Patienten im Land.

Ein ähnliches, ganzheitliches Engagement darf ich am Morgen meines zweiten Tages ebenfalls besuchen. Im Vergleich zu meinem ersten Besuch ist diese Einrichtung viel kleiner und medizinisch rudimentärer, aber es hier nicht weniger herzlich zu. Die Schwestern behandeln und begleiten „nur” 300 Patienten, beinahe ausschließlich Frauen. Ich werde von Schwester Flavia begleitet und lerne schnell, dass die erfolgreiche HIV-Therapie weit mehr als die Gabe von Medikamenten beinhaltet.

Die Patienten werden an beiden Orten unterstützt: Es gibt monatliche Nahrungsergänzungsrationen, so dass Mangelernährung eingedämmt werden kann. Unterschiedliche Schulungen für die Patienten finden statt, die eine Vorsorge für die eigene Gesundheit und einen gefestigten Umgang mit der Krankheit im Alltag ermöglichen. Im kleineren Center werden für den festen Patientenkreis auch Rehabilitationsmaßnahmen angeboten. Die Näherei für Frauen, sowie Malereien und das Basteln von Skulpturen für die wenigen männlichen Patienten ermöglichen ihnen, ihr Selbstwertgefühl zurück zu gewinnen. Nebenbei erlernen die Patienten ein Berufsbild, welches den aus den armen Regionen stammenden Patienten ansonsten nicht ermöglicht werden konnte und durch die Infektion zusätzlich erschwert wird.

Das Highlight ist für mich die Verteilung von Nahrungsergänzungsmitteln an eine Gruppe mit rund 30 Personen, die einmal im Monat hier Speiseöl, Maismehl und getrocknete Bohnen als Ergänzung erhalten. Trotz der für uns nach wie vor erschütternden Diagnose der HIV-Infektion sprühen diese Patienten vor Lebensfreude und Stolz an diesem Tag hier zu sein. Im Nachgang erfahre ich von Schwester Flavia, dass die 300 Patienten hier eine Art sicheren Raum gefunden haben. Das gleiche lerne ich in der weitaus größeren Klinik meines vorherigen Besuches. Die individuelle Betreuung gibt den Patienten ein familiäres Umfeld.

Für mich ist es an dieser Stelle schön zu beobachten, dass auch die Medikamentenhilfe von action medeor einen Teil dazu beiträgt: Auch wenn sich unsere Unterstützung auf eine Versorgung im basismedizinischen Bereich konzentriert, ermöglicht dies unseren Partnern aber auch, ihre Ressourcen für die anderen Aktivitäten, die über die reine medikamentöse Behandlung hinausgehen, einzusetzen.

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