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Das Tabu brechen: Aufklärung in Bolivien

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    In einem Gesundheitsprojekt in El Alto/Bolivien informieren wir Jugendliche über ihre sexuellen Rechte, Verhütung und Familienplanung.
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    In Workshops lernen die Teilnehmer, wie sie sich vor ungewollten Schwangerschaften, sexueller Gewalt und Geschlechtskrankheiten schützen können.
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    Die Jugendlichen erfahren, was ihre Rechte sind und wie sie diese einfordern können.
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    Im August 2014 reiste action medeor-Mitarbeiterin Christina Padilla nach Bolivien und war beeindruckt von der Dynamik und Eigeninitiative der Teilnehmenden.
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    Die 14-jährige Àngela hat gemeinsam mit ihrer Mutter an dem Projekt teilgenommen. Beide haben gelernt, offen über Sexualität zu sprechen. Àngela: "Dadurch hat sich auch unsere Mutter-Tochter-Beziehung verbessert."

In einem Gesundheitsprojekt informiert action medeor Jugendliche über ihre sexuellen Rechte, Verhütung und Familienplanung.

 El Alto im Westen Boliviens zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt, die Einwohner gehören zu den Ärmsten des südamerikanischen Landes. Mit dem rasanten Bevölkerungswachstum verschärften sich auch die sozialen Probleme, Arbeitslosigkeit, Alkohol- und Drogenmissbrauch sind weit verbreitet.

Hohe Rate an Jugendschwangerschaften

Die Bevölkerung El Altos ist mit durchschnittlich 19 Jahren sehr jung. Viele Frauen werden bereits im frühen Jugendalter schwanger, was nicht nur mit Gesundheitsrisiken einhergeht, sondern sich auch negativ auf ihre berufliche Zukunft auswirkt: Die Mädchen brechen infolge der Schwangerschaft häufig die Schule ab und rutschen in eine Armutsspirale hinein, aus der sie in den seltensten Fällen aus eigener Kraft herauskommen.

Sexualität als Tabu

Eine Ursache für die hohe Zahl an Teenagerschwangerschaften ist mangelnde Aufklärung. Sexualität ist in vielen Familien ein Tabu und wird auch in der Schule kaum thematisiert. So erreichen viele Jugendliche die Pubertät völlig unvorbereitet und wissen nicht, wie sie sich vor ungewollten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten schützen oder gegen sexuelle Gewalt wehren können.

Aufklärung und Austausch – der Ansatz von action medeor

Als Notapotheke der Welt hat sich action medeor zum Ziel gesetzt, die sexuelle Gesundheit und Rechte von Menschen in den ärmsten Regionen der Welt zu stärken. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Consejo de Salud Rural Andino (CSRA) führen wir in El Alto seit 2013 ein Gesundheitsprojekt für Jugendliche durch, das auf vier Grundpfeilern beruht: 

  • Einrichtung eines Beratungszentrums zur medizinischen, rechtlichen und psychologischen Betreuung der Jugendlichen
  • Workshops für Lehrer und Schüler zur sexuellen Gesundheit und sexuellen Rechten
  • Gründung von Selbsthilfegruppen und Betreuungsangeboten für Jugendliche, die Gewalt erfahren haben 
  • Informationsveranstaltungen für Eltern insbesondere im Hinblick auf Pubertät, Sexualität, Rechte und Konfliktlösungen innerhalb der Familie

Projekt trägt Früchte

Im  August 2014 reiste action medeor-Mitarbeiterin Christina Padilla nach Bolivien und zeigte sich zufrieden mit dem Fortschritt des Projekts. Ein wichtiger Erfolg: Die Jugendlichen haben nun geschulte Ansprechpartner in Gesundheitseinrichtungen und Beratungsstellen, an die sie sich bei Problemen wenden können. Außerdem sei bei den Projektteilnehmern ein gewachsenes Selbstbewusstsein spürbar gewesen: Sie kennen ihr Recht auf körperliches und seelisches Wohlbefinden – einschließlich einer selbstbestimmten Sexualität – und trauen sich, dieses auch einzufordern. „Für mich war es besonders schön zu sehen, dass die Jugendlichen eine ganz tolle Dynamik und Eigeninitiative entwickelt haben,“ so Padilla.

„Unsere Mutter-Tochter-Beziehung hat sich verbessert“

Eine Teilnehmerin ist die 14-jährige Àngela. Durch das Projekt hat sie viel über Verhütung und Familienplanung, aber auch über ihren eignen Körper und ihre Rechte gelernt – Wissen, das ihr auch innerhalb der Familie zu Gute kommt. Àngela kann nun besser erklären, wie sie sich fühlt und was mit ihrem Körper vor sich geht: „Ich fühle mich nun viel selbstbewusster und kann  mit meiner Mutter über solche Dinge sprechen. Dadurch hat sich auch unsere Mutter-Tochter-Beziehung verbessert.“

 

Weitere Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie hier. Bei Fragen können Sie sich an die Projektleiterin Christina Padilla (02156 9788-210, christina.padilla@medeor.de) wenden.