DR Kongo „Ich weine mit den Frauen. Ich trage einen Teil ihres Leids mit.“ Kurzmeldungen 24. November 2025 Mit diesen Worten beschreibt Chantal Binwa, was ihre tägliche Arbeit bedeutet – und warum sie seit mehr als 25 Jahren nicht aufhört, für Frauen und Mädchen im Osten der DR Kongo zu kämpfen. Chantal war erst 18 Jahre alt, als sie 1999 die Organisation AFPDE gründete. Damals wie heute ist sexualisierte Gewalt eine der brutalsten Realitäten im Konflikt im Süd-Kivu. Doch Chantal wollte nicht wegschauen. Sie wollte handeln – und Frauen schützen, denen niemand sonst zur Seite stand. Über die Jahre hat ihre Arbeit Tausenden Überlebenden geholfen: durch psychologische Begleitung, medizinische Versorgung, juristische Unterstützung und den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Seit vielen Jahren stehen wir von action medeor ihr in verschiedenen gemeinsamen Projekten zur Seite. Seit Anfang 2025 hat sich die Lage erneut dramatisch verschlechtert. Bewaffnete Gruppen überziehen die Region, Übergriffe auf Frauen und Mädchen finden systematisch statt – als gezielte Waffe, um Angst zu verbreiten, Dörfer zu vertreiben und Macht auszuüben. Viele Frauen sind bereits auf dem Weg zum Wasser oder aufs Feld in Lebensgefahr. Kinder, Männer, ganze Gemeinschaften zerbrechen an der Gewalt. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Chantal – zusammen mit ihrem Team von AFPDE und unterstützt durch action medeor – vor Ort. Sie begleitet Frauen, die unvorstellbare Gewalt überlebt haben. Sie schafft sichere Räume. Sie hört zu, tröstet, stärkt und gibt Hoffnung. Und sie tut es, obwohl auch sie selbst emotional an ihre Grenzen kommt. „Ich fühle mich gut, wenn ich helfen und nützlich sein kann für die Frauen“, sagt Chantal.