Technologietransfer und lokale Produktionen von antiretroviralen Medikamenten
Derzeit sind fast sieben Prozent der 15 bis 49-jährigen Menschen in Tansania mit dem HI-Virus infiziert. Die Epidemie hat nicht nur dramatische soziale und ökonomische Auswirkungen auf die Betroffenen und deren Familien, sondern auch einschneidende wirtschaftliche Konsequenzen für das Land. Nur wenige betroffene Menschen haben bisher Zugang zu den lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamenten (ARVs).
Trotz großer Fortschritte bei der Ausweitung der Behandlungsprogramme in Tansania, übersteigt der Bedarf nach einer antiretroviralen Therapie auch in Zukunft, bei derzeit etwa 1,4 Millionen HIV-positiven Menschen, bei weitem das Angebot.
Besichtigung am Weltaidstag: Tim Clarke (Leiter der EU Delegation), Anne Clarke, Ramadhan Madabida (CEO TPI), Fabrizio Moroni (Projektkoordinator EU), Bernd Pastors (Vorstand action medeor), Christian Mlay (Produktionsleiter TPI)
Das Projekt im Überblick
- Laufzeit: 1. Dezember 2006 bis 30. November 2012
- Projektregion: Arusha/Tansania
- Finanzierung: action medeor e.V., Europäische Union, TPI
- Lokale Partner: Tanzania Pharmaceutical Industries (TPI)
- Projektvolumen: 6,2 Millionen Euro
Daher implementiert action medeor mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union seit 2006 gemeinsam mit dem lokalen Partner Tanzania Pharmaceutical Industries (TPI), einem tansanischen Pharmahersteller, den Bau und Betrieb einer Produktionsanlage für qualitative hochwertige und dennoch bezahlbare Aidsmedikamente in der Stadt Arusha im Norden Tansanias. Das ehrgeizige Ziel ist es, nach dem Bau des Werks auf ein Produktionsvolumen von 100 Millionen Tabletten im Jahr zu kommen, um eine Versorgung von 100.000 Aidspatienten im Rahmen privater und öffentlicher Therapieprogramme sicherstellen zu können und somit den Zugang zu Therapie zu sichern und die lokale Medikamentenproduktion nachhaltig zu fördern.
Erste Erfolge in der Inbetriebnahme
Nach detaillierter Planung wurde der Bau der Produktionshalle im Sommer 2010 erfolgreich abgeschlossen und mit einem indischen Branchenspezialisten eine Vereinbarung über den weiteren Ausbau der Produktionsanlage unterzeichnet. Diese Kooperation beinhaltet die Lieferung und Installation aller notwendigen Maschinen, sowie auch die Schulung des Personals.
Nach detaillierter Planung wurde in den ersten Monaten des Jahres 2011 das nötige Material von Indien verschifft. Die indischen Experten haben dann mit den Arbeiten vor Ort im Frühjahr 2011 begonnen, sowie Schritt für Schritt das zukünftigen tansanische Fachpersonal geschult. Am 1. Dezember 2011 (Weltaidstag) wurde die Anlage im Rahmen einer kleinen Feier u.a. vom Leiter der Delegation der Europäischen Union in Tansania und dem Vorstand von action medeor e.V. besichtigt.
In Kooperation mit dem Forschungs- und Entwicklungslabor an der pharmazeutischen Fakultät der Muhimbili University of Health and Allied Sciences (MUHAS) in Dar es Salaam wird zudem an der Produktentwicklung gearbeitet. Durch die Zusammenarbeit ist ein weiter wichtiger Bestandteil für die Entwicklung einer nachhaltigen Medikamentenproduktion vor Ort.
Die besondere Stärke des Projektes ist auch die Integration in nationale und regionale Zielsetzungen, die insbesondere durch die engmaschigen Abstimmungen mit der GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) gewährleistet wird. Die GIZ fördert im Rahmen einen Programmschwerpunktes bei der EAC (East African Community) die regionale Strukturstärkung des pharmazeutischen Sektors.



