Guatemala: Gesunde Frauen sind starke Frauen
In Guatemala wissen viele Frauen zu wenig über ihren eigenen Körper. Daher beschäftigen sie sich auch nicht mit so wichtigen Themen wie Familienplanung und Verhütung, Geburtsvorbereitung und sexuell übertragbare Krankheiten. Oft werden Frauen in abgeschiedenen Gebieten mit 15 Jahren das erste Mal schwanger und sind es dann mit 48 Jahren das zehnte Mal.
Das Projekt im Überblick
Ort: Totonicapán, Guatemala
Ansprechpartnerin: Barbara Kühlen
Bereich: Sexuelle und reproduktive Gesundheit
Laufzeit: 2009 bis heute
medeor will diese Frauen aufklären – über ihren Körper, Familienplanung und Schwangerschaft.
Sie sollen wissen, wie sie Gefahrensignale ihres Körpers erkennen und entsprechend handeln können. Das macht sie stark, das macht sie selbstbewusst. Gleichzeitig lernen sie, in einer männerdominierten Gesellschaft ihre Rechte einzufordern.
Frauengesundheit und Frauenrechte
Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) [Link] - das war das Thema von fünfzehn zweisprachigen Radiospots, die von elf verschiedenen Radiosendern in den Gemeindebezirken Totonicapáns ausgestrahlt wurden. In 57 Radioprogrammen kamen die Frauen selbst zu Wort. Zusätzlich verbreiteten Lautsprecherwagen Botschaften zur Frauengesundheit und Frauenrechten.
Die jungen Mädchen lernen gemeinsam wichtige Dinge über sich selbst.
Auch tausende Schülerinnen und Schüler lernten über SRGR – unter anderem durch ein Theaterstück mit anschließenden Diskussionsrunden zu den Themen Teenagerschwangerschaften und Gewalt in der Familie. Alte Traditionen, Vorurteile gegen Krankenhäuser und männliche Ärzte sowie das Verständnis dafür, dass Familienplanung für das gesundheitliche und wirtschaftliche Überleben einer Familie notwendig ist, wurden intensiv diskutiert. Viele Frauen sind dankbar für die Aufklärungsarbeit und sagen, ihnen wären „die Augen geöffnet“ worden.
Ausgebildetes Personal für mehr Sicherheit
Doch trotz mancher Erfolge ist es noch ein langer Prozess, bis die Frauen in Totonicapán selbstverständlich und bewusst mit ihrem Körper umgehen. In den zwölf Gemeinden mit der höchsten Müttersterblichkeit werden die Frauen deshalb nun von Notfallkomitees begleitet. Die Komitees helfen vor allem beim Transport, wenn während der Schwangerschaft oder unter der Geburt Komplikationen auftreten und die Frauen in ein Gesundheitszentrum oder Krankenhaus gebracht werden müssen.
Außerdem wurden 365 Hebammen und 30 Gesundheitsbeauftragte ausgebildet. Sie können Gefahrensignale in der Schwangerschaft erkennen, die Geburt begleiten, Neugeborene versorgen, und wissen Bescheid über sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/Aids. Mit ihren neu geschnürten Rucksäcken voller medizinischer Instrumente bringen die Hebammen Frauen gesund durch Schwangerschaft und Geburt.



